Out of the box = on time?

Bloggen im Human Resources Bereich?

Soziale Netzwerke sind aus dem HR-Szenario schon lange nicht mehr wegzudenken. Genau aus diesem Grund darf man sich vom Zug der Digitalisierung nicht überrollen lassen, sondern muss ganz vorne mitmischen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig „out of the box“ zu denken. Nur dadurch können neue Anreize für Leser aber auch Blogger geschaffen werden. Die heutigen Verkaufsoberflächen sind nicht mehr nur gedruckte Medien. Die wichtigen Verhandlungen finden auf virtuellen Kanälen statt. Damit sind aber nicht nur Facebook & Co. gemeint. Immer wichtiger werden Netzwerke, die bestehende Geschäftskontakte unterstützen und ausbauen. Big Player auf diesem Gebiet sind bei uns Netzwerke wie LinkedIn oder Xing. Wichtige HR Tools wie das Recruiting findet zu einem großen Teil online statt. Employer Branding rückt auch immer mehr in den Fokus der digitalen Welt. Da wir alle nicht mehr nur eine reale, sondern meist auch eine virtuelle Person sind, müssen wir uns mittlerweile auch auf beiden Ebenen verkaufen. Genau das Gleiche gilt auch für den HR-Bereich.

Nun aber zum Bloggen im Human Resources Bereich. Blogs kennt man normalerweise als ein sogenanntes „digitales Tagebuch“. Diese gibt es über alle möglichen Themen. Zu den Beliebtesten zählen unter anderem Blogs über das Reisen und Essen. Macht es somit überhaupt Sinn, den Produktionsfaktor Arbeit und das Personalwesen online zu beleuchten? Genauso wichtig ist die Frage, welche Zielgruppe damit angesprochen werden soll.

Na, genau du! Du, die/ der diesen Blog gerade liest. Denn der Human Resources Bereich betrifft fast jeden. Egal ob man (un-) selbstständig, oder sogar in der HR-Branche tätig ist. Jeder von uns „muss“ sich mit dem Thema Personal und Akquisition von geeigneten Fachkräften früher oder später auseinandersetzten. Ob jetzt aktiv, indem man sich anwerben lässt oder passiv, indem man an/ -abgeworben wird. Es gibt also eine Zielgruppe, die gerne über das Essen und Reisen liest. Warum sollte es dann keine geben, die sich für einen Lebensbereich interessiert, der uns doch einen Großteil des Erwachsenenlebens begleitet.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“

Paul watzlawik

Privatsphäre und Social Media

Wie wird Blogging und Social Media zwischen den HR-Professionalsten gehandhabt? Ich würde meinen sehr individuell. Da im HR-Bereich genauso alle Generationen vertreten sind, sind auch hier die Vorgehensweisen dementsprechend unterschiedlich.
In meinem Arbeitsumfeld habe ich oft folgende Situation erlebt: Wenn es notwendig war, eine Stelle neu zu besetzten, wurde dies in erster Linie von der HR-Abteilung vorgenommen. Bei der Einladung von dieser Abteilung, wurde allerdings nur auf den Lebenslauf und das persönliche Auftreten geachtet. Wenn diese Kriterien zu ihrer Zufriedenheit erfüllt wurden, kam die Abteilungsleiterin ins Spiel. Wenn es dann darum ging, ein neues Teammitglied zu begrüßen, wurden zuerst einmal die Social Media Profile des Bewerbers/ der Bewerberin von den zukünftigen Kollegen aufgesucht. Schließlich will man ja wissen, mit wem man zusammenarbeiten wird.

Meine Meinung zu dem Thema, wie viel privates Social Media wirklich im Arbeitsleben verloren hat, hat sich noch nicht ganz herauskristallisiert. Ganz abgesehen davon, dass ich persönlich Facebook kaum mehr nutze, habe ich für mich beschlossen, alle sozialen Kanäle privat zu halten. Das bedeutet, dass nur Leute bei denen ich es zulasse, alle Inhalte sehen können. Meiner Meinung nach sollte kein Arbeitnehmer im Vorhinein zu seinem Auftreten auf Social Media Kanälen verurteilt werden. Auch wenn es für die Kollegen wichtig ist, auf einer Wellenlänge zu sein, zählt für den Betrieb in erster Linie die Arbeitsleistung. Im Endeffekt unterhält man sich im Büroalltag auch von Angesicht zu Angesicht und nicht über die sozialen Netzwerke und wer weiß, wie viel der „virtuelle“ mit dem echten Menschen wirklich gemeinsam hat.

Aber wie kann man die sozialen Medien effektiv in der HR-Branche nutzen? Ich finde, dass man sich hier auf Kanäle stützen sollte, die auf die Vernetzung der Arbeitswelt abzielen. Natürlich kann man Social Media nicht nur zur Mitarbeiterakquise nutzen sondern sich bzw. die Firma dementsprechend repräsentieren.


Resümee und Ausblick

Zusammenfassend ist es also wichtig, den Mitarbeitern den Freiraum zur Persönlichkeitsentfaltung auf ihren Kanälen zu geben und neutral zu bewerten. Genauso essenziell ist aber auch, seinen eigenen Auftritt professionell zu gestalten. Man darf sich als potentieller Arbeitgeber daher von seiner positivsten Seite zeigen. Jeder Arbeitnehmer weiß, dass es in einem Arbeitsumfeld nicht immer so von statten geht, wie man es nach außen präsentiert. Es ist aber wichtig zu zeigen, dass es in seiner Firma so ablaufen KANN und es im Idealfall die meiste Zeit auch tut.

Quelle: Pixabay (08.01.2020)

Ich persönlich finde es immer schön, wenn nicht nur das Unternehmen, sondern besonders die Mitarbeiter in den Fokus gerückt werden. Also man auf Instagram beispielsweise einen Tag einen Lehrling virtuell begleitet und so einen Einblick in den Arbeitsalltag bekommt. Ein österreichisches Unternehmen, welches mit einem super Beispiel vorangeht, sind die ÖBB. Auf diversen Social Media Kanälen kann man authentische Einblicke in den zukünftigen Job gewinnen. Auf Instagram sind das die Storyhighlights: #nasicher, Ausbildung und Lehre. Ich kann mir außerdem sehr gut vorstellen, dass das eine gute Möglichkeit ist, die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Für andere Generationen sollte auf „alt bewährte“ Kanäle wie Facebook und Co. nicht vergessen werden. Etwas, was sowieso immer up to date sein muss, ist die Firmenhomepage. Diese kann im Idealfall noch mit einem Blog ergänzt werden und somit noch ein stückweit persönlicher gestaltet werden. 

Was haltet ihr davon, neue Mitarbeiter nicht nur auf der herkömmlichen Ebene (Lebenslauf etc.) zu bewerten, sondern auch aufgrund ihrer virtuellen Persönlichkeit? Schreibt mir eure Meinung dazu bitte in die Kommentare. Ich bin sehr auf eure Ansichten gespannt 🙂

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