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Video-Subscription – ein Durchstarter Markt

posted by Claudia Moser 16. März 2018
Video on Demand Netflix

Video-On-Demand und ähnliche Plattformen sind am Wachsen und beinahe jeder von uns hat diese schon einmal ausprobiert. Es gibt eine große Vielzahl an unterschiedlichen Anbietern und Varianten, Filme und Serien von zuhause über das Internet zu streamen.

Wie bereits im Blogbeitrag „Fernsehen in der Zukunft“ gezeigt wurde, ist dies eine gute Alternative für Medienunternehmen mit der Digitalisierung mitzugehen. In diesem Beitrag soll näher auf einen speziellen Dienst des Video-On-Demand Segments, dem Subscription-Video-on-Demand, eingegangen werden.

Subscription-Video-on-Demand, kurz SVoD, sind Dienstleistungen von Anbietern, die gegen eine monatliche Gebühr über deren digitale Bibliothek verschiedenste Videoinhalte angeboten werden. Zu den wichtigsten gehören Netflix und Amazon Prime Video. Ausgeschlossen sind dabei werbefinanzierte Streamingdienste, Einzelabrufe von Videoinhalten gegen eine einmalige Gebühr sowie Online-Dienste, die nur in Verbindung mit einem Pay-TV Abonnement gebucht werden können (vgl. Statista.de 2018).

Um diese Dienste zu nutzen, benötigt man nur eine gute Internetverbindung und ein Endgerät, wie zum Beispiel einen Fernseher, einen Laptop, einen Desktop-PC, ein Tablet oder ein Smartphone. Angeboten werden Spielfilme oder Fernsehserien.

Dass dieser Markt extrem wächst, zeigen folgende Statistiken: Laut Prognose wird es im Jahr 2022 über 410 Millionen Nutzer von SVoD geben. Das bedeutet in den nächsten vier Jahren ein durchschnittliches Wachstum von ca. 10 Prozent pro Jahr.

Nutzer von SVoD weltweitQuelle: Statista 2018.

Mit dem steigenden Wachstum der Nutzer, nehmen auch die Umsätze zeitgleich zu. Der Umsatz  beträgt 2018 etwa 12.715 Millionen Euro. Im Jahr 2016 betrug er noch knapp 10.000 Millionen Euro und bereits 2022 werden voraussichtlich ca. 17.000 Millionen Euro umgesetzt. Das entspricht einem Wachstum von 70 Prozent innerhalb von sechs Jahren. Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass in den USA (6.571 Mio. € in 2018) am meisten Umsatz generiert wird. Gefolgt von China (1.085 Mio. € in 2018), Großbritannien (971 Mio. € in 2018), Deutschland (602 Mio. € in 2018) und Japan (448 Mio. € in 2018) (vgl. Statista 2018).

Umsatz von SVod weltweitQuelle: Statista 2018.

Umgerechnet auf den durchschnittlichen Erlös pro Nutzer sind das ca. 45 Euro pro Jahr (Stand 2018). In den nächsten Jahren sollen aber die Kosten für die Nutzung sinken.

Durchschnittliche Kosten pro NutzerQuelle: Statista 2018.

Aktuell gibt es schon einige Anbieter am Markt.  Dass es sich für andere Medienunternehmen lohnt sich auf die Digitalisierung einzulassen und neue Absatzstrategien einzuführen, zeigt sich am Beispiel Amazon und Netflix.

 

Best Practise Beispiele

Weltweit gesehen ist Netflix der größte Anbieter von Video-on-Demand Diensten (37 Prozent), gefolgt von Amazon (20 Prozent).  Insgesamt wird Netflix weltweit in 190 Ländern angeboten. Die Nutzerzahlen verschreiben extreme Zuwächse. Laut einer Erhebung im Dezember 2017 gibt es ca. 118 Millionen Abonnenten, geführt von den Amerikanern mit 43,9 Prozent Marktanteil, dem Geburtsland von Netflix (vgl. Netflix o.J.a, zitiert nach Statista; vgl. Alexa o.J., zitiert nach Statista).

Abonennten von NetflixQuelle: Netflix o.J.a, zitiert nach Statista.

Netflix hat es geschafft mit der Redewendung „Netflix and chill” ein Lebensgefühl zu schaffen. Die Produktion von eigenen Serien führte zum Durchbruch im Jahr 2013 mit „House of Cards”. So hoch auch die Einnahmen sind, demgegenüber stehen hohe Ausgaben für Entwicklung und Technologie. Allein im dritten Quartal 2017 wurden 255 Millionen US-Dollar investiert (vgl. Netflix o.J.b, zitiert nach Statista). Wie man sieht lohnt sich das aber!

Auch Amazon Prime Video ist ein starker Mitstreiter im Bereich der SVod. Mit dem zweiten Platz im weltweiten Ranking nutzten im Jahr 2016 ungefähr 30,5 Millionen Personen den Dienst. Laut der Statistik wird ein Zuwachs auf 64,08 Millionen erwartet (vgl. HIS o.J., zitiert nach Statista).

Nutzer von Amazon Prime VideoQuelle: HIS o.J., zitiert nach Statista.

Gegründet wurde das Unternehmen im Februar 2014 durch den Zusammenschluss von „Amazon Prime“ und „Lovefilm“. Die Firma „Lovefilm“ wurde bereits im Jahr 2011 von Amazon aufgekauft und bat vorerst den Verleih von DVDs und Blu-ray-Dics nur über den Postversand an (vgl. tvTarife.de o.J.). Mittlerweile gibt es alle Filme und Serien online zum Streamen. Amazon Prime Video gehört im Vergleich zu Netflix nicht nur dem Bereich der SVod an, sondern auch dem Pay-per-View (TVoD). Das bedeutet, dass man bei Amazon auch einzelne Serien und Filme gegen eine Gebühr kaufen oder ausleihen kann. Wie auch Netflix gibt es viele Eigenproduktionen, sogenannte „Amazon Originals“.

Ob es sich nun lohnt eine neue Sparte anzubieten, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. Aber wenn man Durchstarter wie Amazon und Netflix genauer analysiert und sich die Prognosen für die nächsten Jahre im SVod Segment anschaut, sollten sich das Unternehmen zumindest mal durch den Kopf gehen lassen.


Weiterführende Links:

Vergleich zwischen Netflix und Amazon Prime Video


Quellenangaben:

Alexa (o.J.): Ranking der Top 5 Länder weltweit mit dem größten Anteil an allen Nutzern von Netflix.com im November 2017, zitiert nach de.statista.com. Online unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/295249/umfrage/laender-mit-dem-groessten-anteil-an-allen-nutzern-von-netflix/ (13.03.2018).

HIS (o.J.): Number of Amazon Prime Video subscribers worldwide from 2016 to 2020, by region, zitiert nach de.statista.com. Online https://www.statista.com/statistics/693936/global-number-of-amazon-prime-video-subscribers-region/ (12.03.2018).

Netflix (o.J.a): Abonnenten von Netflix in den Jahren von 2001 bis 2017 (in 1.000), zitiert nach de.statista.com. Online unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183340/umfrage/abonnenten-von-netflix-seit-2003/ (13.03.2018).

Netflix (o.J.b): Ausgaben von Netflix für Technologie und Entwicklung weltweit vom 1. Quartal 2013 bis zum 3. Quartal 2017 (in Millionen US-Dollar), zitiert nach de.statista.com. Online unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/503588/umfrage/entwicklung-der-ausgaben-fuer-technologie-und-entwicklung-von-netflix-quartalszahlen/ (23.11.2017).

Statista.de (2018): Video-Subscription (SVoD). Online unter https://de.statista.com/outlook/206/100/video-subscription–svod-/weltweit# (11.03.2018).

tvTarife.de (o.J): Amazon Prime Video – Test mit Kosten, Besonderheiten & Fazit. Online unter https://tvtarife.de/amazon-instant-video-test (13.03.2018).

 

Bildnachweis:
Beitragsbild: Pixabay, Jorge Gryntysz. Online unter https://pixabay.com/de/netflix-fernsteuerung-electr%C3%B3nico-2705725/

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