Julia StallingerTV/Fernsehen

TV-Inhalte – am Zuschauer vorbei?

posted by Julia Stallinger 19. April 2018
Kind vor TV

Die jüngsten Zahlen der TV-Nutzungsdaten aus dem Jahr 2017 belegen die Befürchtungen der klassischen TV-Branche: sie verlieren Zuschauer und das vor allem bei der jüngeren Zielgruppe: die Gruppe der 14- bis 49-Jährigen schaut im Jahr 2017 nur noch im Durchschnitt 160 Minuten täglich, im Jahr 2016 waren es immerhin noch 171 Minuten (vgl. Salzburger Nachrichten 2017: o.S.). Schuld an dieser Entwicklung ist vor allem die zunehmende Konkurrenz an Online-Streaming-Portalen wie Netflix oder Amazon Prime, die wie Unkraut aus dem Boden sprießen, so viel steht fest. Doch lässt sich die Fehlentwicklung wirklich nur darauf zurückführen oder spricht auch ein Mangel an den richtigen TV-Inhalten gegen die Branche?

Welche TV-Inhalte?

Momentan dominieren vor allem Gameshows, ewig gleiche TV-Krimis und pseudowissenschaftliche Unterhaltungsformate das TV-Programm, dabei unterscheiden sich private und öffentlich-rechtliche Sender nicht mehr groß voneinander. Es scheint, als würden die Verantwortlichen immer den gleichen Einheitsbrei produzieren und ausstrahlen. TV-Sender setzen dabei stets auf Altbewährtes und trauen sich nicht wie beispielsweise Netflix kreative Konzepte auszuprobieren. Dass vor allem die junge Generation jedoch genau das wünscht und nicht mehr durch festgefahrenes, lineares TV-Programm gehalten werden kann, trägt ebenso zum Siegeszug von Streaming-Portalen bei. Dass Formate wie „Tatort“ nach wie vor wichtige Quotenhits sind, ist unumstritten. Doch um in Zukunft überleben zu können und auch jüngere Menschen ansprechen zu können muss mehr passieren.

Magic happens outside your comfort zone

Um in Zukunft im Wettbewerb mit den amerikanischen Streaming-Riesen bestehen zu können, müssen TV-Sender, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, wieder anfangen, den Wünschen und Erwartungen der Zuschauer gerecht zu werden und sich an der eigenen Zielgruppe zu orientieren. Natürlich soll dies nicht darauf hinauslaufen, dass Sender ihre Identität verlieren und wichtige Klassiker ausradieren. Doch es wird endlich Zeit für zeitgemäßen Content und kreative Inhalte. Vor allem beim zeitgerechten Erkennen von Trends haben viele Internet-Anbieter momentan die Nase vorn und sind schlichtweg schneller. Doch was wollen die Zuschauer von heute eigentlich sehen?

Drama, Baby!

Natürlich hängt dies stark von der eigenen Zielgruppe ab, doch allgemeine Trends lassen sich deutlich erkennen. Besonders beliebt sind seit geraumer Zeit hochwertig produzierte Serien (vgl. goldene Kamera 2017: o.S.). Auch lasse sich ein Trend zu mehrteiligen Produktionen erkennen, immer öfter werden auch Filme in Form von Serien erzählt (vgl. ebd.). Außerdem nimmt der europäische Markt größere Bedeutung an und traut sich immer mehr, eigenen Content zu produzieren. So hat etwa die deutschsprachige Produktion „Dark“ auf Netflix dazu geführt, dass viele englischsprachige User Untertitel genutzt haben und erstmalig eine Sendung in deutscher Originalversion gestreamt haben.

Betrachtet man einzelne Genres, erfreuen sich Krimiserien- bzw. –filme nach wie vor großer Beliebtheit. Über 27 Prozent aller Frauen und Männer zählen diese zu ihren liebsten Fernsehformaten (vgl. Statista 2018). Zwar ist dieser Trend bei vielen Sendern bereits gut abgedeckt, aber auch hier sollten auch neue Wege eingeschlagen werden. Großes Potential schreiben Experten auch dem Genre Drama zu.  So verwundert es kaum, dass mit „Greenleaf“, „American Vandal“ und „Suburra: Blood On Rome“ die drei erfolgreichsten Netflixproduktionen aus dem Jahr 2017 diesem Genre zuzuordnen sind (vgl. Bürklin-Papafoti 2017: o.S.).


Quellenangaben:

Bürklin-Papafoti, Anäis Eleni (2017): Das waren die 10 erfolgreichsten Netflix-Serien 2017. Online unter: http://www.vogue.de/people-kultur/kultur-tipps/erfolgreichste-netflix-serien-tipps (18.04.2018).

Goldene Kamera (2017): Das sind die TV-Trends der Zukunft. Online unter: https://www.goldenekamera.de/tv/article209928821/Das-sind-die-TV-Trends-der-Zukunft.html (18.04.2018).

Salzburger Nachrichten (2017): Deutsche TV-Quoten: Das klassische Fernsehen verliert Zuschauer. Online unter: https://www.sn.at/panorama/medien/deutsche-tv-quoten-das-klassische-fernsehen-verliert-zuschauer-22315915 (18.04.2018).

Statista (2018): Ranking der beliebtesten Fernsehformate und -genres in Deutschland nach Geschlecht im Jahr 2017. Online unter:  https://de.statista.com/statistik/daten/studie/291182/umfrage/umfrage-in-deutschland-zu-den-beliebtesten-fernsehformaten-nach-geschlecht/ (18.04.2018).

Bildrechte:
Beitragsbild: Pixapay, Kaufdex. Online unter https://pixabay.com/de/kinder-tv-fernsehen-home-menschen-403582/

Das könnte Sie auch interessieren:

Hinterlassen Sie uns einen Kommentar

− 5 = 1

Diese Website nutzt Cookies um das Nutzerverhalten zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen