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Podcasts im Marketingmix

posted by Helmuth Vogl 31. März 2018
Mikrofon vor iPad

Podcasts galten lange Zeit als ausgestorben. War ja auch verständlich: Die Dateien waren sehr groß und man konnte sie nur downloaden um sie überall zu hören. Weder der Speicherplatz noch die inkludierte Datenmenge reichte hierfür aus. Außerdem sind ja Videos durchaus vielversprechender. Man kann genauso Ton und Geschichten hören und noch dazu bewegte Bilder sehen.

In einer Zeit, in der Yoga trendy ist und das Wort “Entschleunigung” inflationär oft gebraucht wird, gibt es immer mehr “Ich-Zeit”. In dieser Zeit genießen Menschen einfach mal die Ruhe – vor allem für die Augen, welche heutzutge am meisten beansprucht werden. Ob am Bildschirm in der Arbeit, bei den Auslagen und digitalen Screens beim Shoppen, am Smartphone oder vor dem Fernseher.

Abschalten, Spazierengehen, Autofahren um nur ein paar Beispiele zu nennen. Es gibt viele Tätigkeiten wo man sich keine Videos anschauen oder Texte mehr durchlesen kann oder mag. Und genau da kommt Audio wieder ins Spiel.

Wie bei vielen Marketing- sowie auch bei Technologie-Innovationen sind die USA Vorreiter. Wenn über dem großen Teich etwas heute Trend ist dauert es meist “nur” ein paar Jahre bis es zu uns herüber schwappt. In der Statistik unten kann man gut erkennen wie sich das Thema Podcasts in den letzten Jahren entwickelt hat. Sollte es in etwa so weitergehen hört bald jeder vierte Amerikaner mindestens einmal pro Woche einen Podcast.

Anteil der wöchentlich aktiven Nutzer von Podcasts (USA 2013-2018)Quelle: Edison Research; Triton Digital zitiert nach Statista.

Zusammengefasst die Vorteile von Podcasts auf einen Blick

  • durch downloaden auch offline verfügbar
  • geringe Produktionskosten
  • keine langen Werbepausen, und wenn an die Zielgruppe angepasst
  • Podcast-Abonnenten sind treu
  • bauen Vertrauen auf

 

Viele Verlagshäuser beginnen mit eigenen Audio-Kanälen

Der Spiegel, die Zeit, die Rheinische Post und auch die Berliner Zeitung betreiben bereits einen Podcast. Ein neuer Kanal um seine Kunden zu erreichen und aktuell noch ein Alleinstellungsmerkmal. Das gesprochene Wort erwacht sozusagen aktuell aus einem sehr langen Winterschlaf. Die Vermarktung der Podcasts verspricht den Verlagen eine neue Einnahmemöglichkeit. Abonnenten von Podcast sind meist treue Nutzer und nicht zu sprunghaft. Außerdem ist die Bereitschaft sich Werbung im Podcast anzuhören eine viel höhere. Eine zusätzliche Vermarktungsgelegenheit kommt außerdem mit selbstfahrenden Autos auf uns zu. Dort haben die Fahrer perfekt Zeit sich die Audiostücke der Magazin bzw. Zeitungsmacher anzuhören und sich auch wirklich zu konzentrieren. Auch Amazon (zu dem die Hörbuch- und Hörspiel Plattform Audible gehört) hat den Trend bereits erkannt ist mit einer eigenen Podcast-Reihe gestartet (vgl. Lipinksi 2018).

Abrufzahlen von PodcastsQuelle: Webradiomonitor 2017.

Laut Studie vom Webradiomonitor sehen 50% der werbefinanzierten Online-Anbieter Podcasts in der Zukunft als wichtiges Marketing-Instrument. Lediglich 28% stimmen dem nicht zu. Außerdem geht hervor, dass die Abrufzahlen der Podcasts aktuell um 33% pro Jahr steigen. Will man als innovativ gelten ist jetzt noch der optimale Zeitpunkt um einen Podcast zu starten. In ein paar Jahren ist wird man dann eher als Trittbrettfahrer abgestempelt.

 

Was genau erzählt man in seinem Podcast?

In einem Podcast sollte darauf geachtet werden, wer meine Zielgruppe, meine Hörer sind und sich fragen, was diese am ehesten interessiert. Betreibt man z.B. einen Online-Shop für Uhren könnte man Interviews mit Herstellern führen und über die Produktion sprechen. Oder man erzählt seine persönlichen lustigsten Geschichten, wo man die Zeit vergessen hat. Die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt (vgl. Schötter 2016).

Um den eigenen Kanal ein wenig zu pushen, kann man es sich auch Persönlichkeiten interviewen. Diese erwähnen auf deren Kanälen, dass sie beim Podcast zu Gast waren, was wiederum mehr Hörer bringt.

Die Shownotes sind ein wichtiger Punkt. Das ist sozusagen die Beschreibung der Podcast-Folge. Hier sollten wichtige Infos über die Folge und auch weiterführende Links hineingepackt werden. Links zu eigenen Seiten oder zum Blog, zu Social-Media Profilen. Umgekehrt um die Aufmerksamkeit des Podcasts zu steigern gilt es diesen auf den anderen Kanälen in E-Mails und überall wo es passend ist zu erwähnen. Weiters ist es besonders wichtig den Hörer einzubinden. Den Hörer um Feedback bitten und danach fragen, was ihn sonst noch interessieren würde macht also durchaus großen Sinn (vgl. Schönwälder 2018).

 

Was ist noch zu beachten?

Tonqualität steht hier klarerweise ganz oben. Nachdem man auf seinen Hörsinn beschränkt ist, ist es wichtig den Sprecher für den Podcast sorgfältig auszuwählen. Auch das Intro und Outro muss gut zum Thema passen. Ein guter Mix macht es aus. Interviews und Reportagen sind übrigens bei Podcasthörer am beliebtesten (vgl. derstandard.at 2016).

Werbekennzeichnung in Podcasts ist ein schwieriges Thema. Bei Online-Magazinen und auch auf Bilder ist ein Hinweis leicht anzubringen und stört das Gesamtbild nicht. Beim Podcast allerdings zu erwähnen, dass die folgenden oder vorhergegangen Sätze Werbung waren scheint eher ungewohnt. Der Podcast “4000 Hertz” lässt am Anfang und Ende jeder Werbeeinschaltung ein Signal ertönen. Außerdem darf diese nicht länger als 89 Sekunden sein und muss konkret als werbender Beitrag erkennbar sein. Die Forderung nach Standards aufgrund des Regulierungsbedarfes wird immer größer (vgl. Backhaus 2018).

 

Fazit

Ich persönlich bin ein Podcast-Fan. Besonders seitdem ich meine Bluetooth-Kopfhörer habe, habe ich meine Lieblings-Podcasts fast überall mit dabei. Bei der Hausarbeit, beim Kochen, beim Spazieren gehen und besonders gern bei längeren Autofahrten. Werbung kann gezielt ausgespielt und auch gut reportet werden. Jeder besitzt ein Smartphone und bei iPhones ist die Podcast-App auch schon vorinstalliert. Die Mobilfunktarife inkludieren immer mehr Datenvolumen und die Podcasts sind eben nun auch offline zu hören. Der Trend bei Musik ging zu Spotify, wenn man aber mal keine Musik hören will ist ein Podcast perfekt.

 

PS: hier noch ein Artikel über die 10 beliebtesten Podcasts in Deutschland.


 

Quellenangaben:

Backhaus Maike (2018): Werbung im Podcast: Was ist erlaubt, was ist verboten? Online unter http://www.horizont.at/home/news/detail/werbung-im-podcast-was-ist-erlaubt-was-ist-verboten.html (31.03.2018).

derstandard.at (2016): Podcasts: Interviews und Reportagen sind am beliebtesten. Online unter https://derstandard.at/2000041005139/Podcasts-Interviews-und-Reportagen-sind-am-beliebtesten (31.03.2018).

Lipinski Gregory (2018): Audioformate im Aufwind: ARD-Tochter AS&S vermarktet Podcast der Süddeutsche Zeitung. Online unter http://meedia.de/2018/01/24/audioformate-im-aufwind-ard-tochter-ass-vermarktet-podcast-der-sueddeutsche-zeitung/ (30.03.2018).

Schönwälder Gordon (2017): Aus diesen Elementen bestehen herausragende Shownotes für deinen Podcast. Online unter http://podcast-helden.de/elemente-herausragende-shownotes/ (31.03.2018).

Schöttler Michael (2016): Ein eigener Podcast im Marketing-Mix? Online unter https://www.xovi.de/2016/07/ein-eigener-podcast-im-marketing-mix/ (31.03.2018).

 

Bildrechte:

Beitragsbild: Pixabay. Online unter  https://pixabay.com/de/mikrofon-tablet-podcast-2469295/

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