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Location-Based-Advertising in der Außenwerbung

posted by Julia Stallinger 3. Mai 2018
Außenwerbung Piccadilly Circus

Location-Based-Advertising oder kurz LBA genannt, gilt als der neue Hype unter Marketeers. Auch hierzulande steigt der Einsatz dieser originellen Marketingmaßnahme deutlich an. Der größte Vorteil von ortsbasierter Werbung liegt auf der Hand: der Kunde kann direkt dort abgeholt werden, wo er abgeholt werden soll. Dies kann etwa direkt am Point-of-Sale passieren oder durch den Einsatz von Außenwerbung auch an anderer Stelle – je nach Wunsch des Werbetreibenden und je nach Kampagne. Out-of-home eignet sich optimal als Verbindungsglied in die digitale Welt und ist weltweit gesehen das einzige traditionelle Medium (im Gegensatz zu Print und TV), das nach wie vor wächst – und zwar um 2,7 Prozent im letzten Jahr (vgl. Broderick 2017, o.S.).

 

Warum Location-Based-Advertising?

Generell steigt der Anreiz für Location-Based-Advertising weiter an, wie eine Umfrage von Statista zeigt. Demnach geben 48 Prozent der befragten Marketingexperten aus unterschiedlichsten Branchen an, Location Based Advertising als größten Zukunftstrend zu sehen (vgl. Redaktion Zukunft 2017). Zum Vergleich: lediglich 23 Prozent sehen beispielsweise Influencer Marketing als größten Trend (vgl. ebd.). Diese Entwicklung zeigt bereits Folgen im Budget, denn die Ausgaben für Geomarketing steigen in vielen Unternehmen. Auch der Branchenverband LBMA hat sich in seinem jährlichen Trendreport diesem Thema gewidmet und zeigt, dass ganze 40 Prozent des Gesamtbudgets für Location-Based-Advertising verwendet wird (vgl. ebd.).

Aus Alt mach Neu

Die neuartige Technologie von ortsbasiertem Geomarketing mischt dabei auch Altbewährtes auf, wie man am Beispiel Außenwerbung gut sehen kann. Durch die Integration von LBS lässt sich nicht nur die Effektivität von out-of-home-Werbung deutlich steigern, sondern auch endlich wirklich messen (vgl. ebd.). Bisher waren klassische Plakate, auch an hoch frequentierten Orten, eine Art „Blackbox“: von oftmals zehntausenden Menschen gesehen und trotzdem wusste der Werbetreibende nicht wirklich, wer sich in dieser Masse an Menschen befand – und vor allem nicht, ob diese Menschen überhaupt zur potentiellen Zielgruppe passen. Durch den Einsatz der mobilen Location-Based-Advertising verschmelzen die traditionelle, analoge Außenwerbung mit der neuen digitalen Welt. Dadurch wird außerdem erstmals Retargeting möglich und der Kunde nicht verloren, auch wenn er vorerst passiv bleibt (vgl. Andrew Darling 2017).

Best-Practice

Dass diese Kombination in der analogen und der digitalen Welt sehr effektiv sein kann, zeigt das Beispiel der #OptOutside-Kampagne vom amerikanischen Outdoorbekleidungshersteller Recreational Equipment, Inc., kurz REI. Die Anti-Black-Friday Kampagne, die insgesamt über 3 Jahre läuft, setzt seit 2017 auf digitale Außenwerbung mit Location-Based-Advertising im Raum Washington D.C., Denver und San Francisco und das mit beachtlichem Erfolg. Das Markenbewusstsein konnte dadurch um ganze 14 Prozent gesteigert werden und immerhin 7 Prozent mehr Kaufabsichten wurden festgestellt (vgl. Sterling 2018). Besonders beeindruckend ist, dass durch den Einsatz der kombinierten Außenwerbung 3,6 Mal so viele Shopbesuche im Gegensatz zur Kontrollgruppe erzielt werden konnte (vgl. ebd.).

Interaktivität – wenn das Plakat zum Point-of-Sale wird

Nicht nur bestehende Möglichkeiten erweitern sich, die digitale Verbindung eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Branche. Durch Technologien wie Beacons oder NFC (Near-field-communication) wird das Plakat zum eigentlichen Point-of-Sale (vgl. Broderick 2017). Die damit erschaffene Interaktivität des Kunden ist der letzte Baustein für die komplette Digitalisierung von Außenwerbung durch Location-Based-Advertising. Klar ist, dass es bis dahin vor allem in Europa durch Datenschutzbedingungen und Skepsis der Kunden noch ein langer Weg ist. Die Potenziale sind jedoch enorm und können klassischer Out-of-Home Werbung den Weg in das digitalisierte Zeitalter ebnen.


Quellenangaben:

Broderick, Florence (2017): Location Intelligence. The Biggest Data Trends for Outdoor Advertising in 2017. Online unter https://carto.com/blog/biggest-data-trends-outdoor-advertising-2017/ (03.05.2018).

Darling, Andrew (2017): Why location data is changing the face of out-of-home advertising. Online unter http://blis.com/location-data-changing-face-home-advertising/ (03.05.2018).

Redaktion Zukunft (2017): Zielsichere Maßnahme: Location Based Marketing. Online unter www.zukunftkunde.de/location-based-services/ (03.05.2018).

Sterling, Greg (2018): Case study: Digital out-of-home and mobile-location deliver offline success for REI. Online unter https://marketingland.com/case-study-digital-out-of-home-and-mobile-location-deliver-offline-success-for-rei-238018 (03.05.2018).

 

Bildrechte:

Beitragsbild: Pixapay, Kaufdex. Online unter https://pixabay.com/de/piccadilly-circus-menschen-menge-926802/

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