Um im Mobile Marketing erfolgreich zu sein, reicht es nicht mehr seinen Kunden einfach nur eine mobile App zur Verfügung zu stellen. Denn der User erwartet sich auch bei der Nutzung eines mobilen Service das gewisse Etwas. Deswegen lohnt es sich einmal mehr, den Fokus auf die User Experience zu richten.

„Retention“ ist ein zentraler Begriff im App-Business. Sie zeigt prozentual an, wie hoch die Nutzeraktivität einer App nach einem gewissen Zeitraum ist. Damit ist die Retention ein Indikator für den Erfolg einer App. Eine absteigende Kurve ist symptomatisch für die App-Nutzung in verschiedenen Märkten und Marktsegmenten. Die Adjust-Studie „Mobile Benchmarks 2018“ macht es deutlich: im europäischen Raum fällt die Retention von Tag eins bis Tag 30 nach der Installation einer App von gut 30 auf etwa 10 Prozent.

Quelle: Adjust.com

 

Was können wir also tun, um die User am Ball zu halten?

Mit User Experience zum Erfolg

Ein verstärkter Fokus auf die User Expericence (UX) ist zumindest eine Herangehensweise. Die User Experience (UX) konzentriert sich auf ein tiefes Verständnis des Users, was er braucht, schätzt, seine Fähigkeiten und seine Grenzen unter der Berücksichtigung von Geschäftszielen. Die UX fördert die Qualität der Interaktion des Nutzers und seine Wahrnehmung eines Produkts und die damit verbundenen Dienstleistungen.

Bei der Erstellung einer App ist es also wichtig einerseits seine Unternehmensziele genau definiert zu haben, und andererseits seinen User sehr genau zu kennen.

Damit du also nicht über deine Ziele hinausschießt, habe ich hier einige der wichtigsten Eckdaten in Puncto User Experience für dich zusammengefasst.

1. Zuerst die Recherche, dann das Design

Die Recherche im Vorfeld hilft dir zu verstehen, wer deine User sind und was sie wirklich brauchen. Ziel ist es, ein Erlebnis zu schaffen, das bei deiner Zielgruppe ankommt. Nur so vermeidest du den falschen Konsensus-Effekt, denn nicht du verwendest die App, sondern deine User.

Eine Wettbewerbsanalyse hilft dir beispielsweise bei der Entscheidung, welche Elemente deine App beinhalten sollte und welche nicht. Spricht – was funktioniert gut bei der Konkurrenz, und was nicht oder was möchtest du besser machen, um die User Experience deiner User zu steigern?

Wichtig ist es, dass du im Vorfeld deinen User identifizierst. Die Erstellung von Personas ist essentiell um besser zu verstehen, wie User mit Ihrer App interagieren.

2. Funktionen priorisieren

Die erfolgreichsten Apps auf dem Markt sind sehr fokussiert und bieten eine begrenzte Anzahl an Funktionen. Beschränke daher den Funktionsumfang der App, indem du Prioritäten setzt und wichtige Funktionen optimierst. Zu viele Funktionen, bedeutet für den User mehr Navigation innerhalb deiner App. „keep it simple“ und verwirre du deinen User nicht.

Deswegen ist es wichtig, die Kernziele der App im Vorfeld zu definieren. Zielst du beispielsweise auf einen Kaufabschluss, dann konzentriere dich auf die Optimierung dieser Aktivitäten deines Users. Analysiere auch welche Funktionen deiner App am häufigsten verwendet werden, und gestalte diese für den User möglichst intuitiv.

3. Minimalistisch ist besser

Eine Benutzeroberfläche, die mit zu vielen Bildern, Texten und Informationen überflutet ist, sorgt vor allem am kleineren Display für Unruhe bei der Wahrnehmung. Der User schafft es nicht mehr sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Verzichte deshalb bei deinem Design auf alle Inhalte, die nicht unbedingt notwendig sind und entferne Elemente, die keine Benutzeraufgaben unterstützen.

Jede Seite in deiner App, sollte sich auf einen Call-to-Action konzentrieren. Dieser sollte sofort und unmissverständlich ersichtlich sein. Ein möglichst klares Design ist somit unumgänglich.

4. Navigiere deine User ohne ihn in die Ecke zu treiben

Die Navigation der User sollte für jede mobile App oberste Priorität haben. Denn selbst die interessantesten Inhalte werden nutzlos, wenn sie nicht gefunden werden können.

User sind glücklich, wenn eine App ihre Erwartungen erfüllt. Stelle also sicher, dass du einen Navigation wählst mit der deine User vertraut sind und die keine Erklärung benötigt. Die Navigation sollte den Fokus nicht vom Inhalt weglenken. Sie sollte so implementiert werden, dass sie die Struktur deiner App unterstützt, ohne auf sich selbst aufmerksam zu machen.

Der User sollte immer wissen, wo er sich in deiner App befindet, damit er erfolgreich navigieren kann. Dabei ist es wichtig, die Navigationssteuerelemente immer am selben Ort zu positionieren. So kann sich der User innerhalb der App orientieren.

5. Spreche die Sprache deines Users

Jedes Wort in Ihrer App ist Teil einer Unterhaltung und diese sollte ebenfalls möglichst unkompliziert verlaufen. Unbekannte Begriffe oder Phrasen erhöhen die kognitive Belastung. Es ist also besser eine einfache und direkte Sprache zu verwenden. Damit steigerst du die Klarheit in der Kommunikation mit deinem User.

6. Deine App sollte nicht 1:1 deine Webseite nachbilden

Benutzer erwarten bestimmte Interaktionsmuster und Schnittstellenelemente in mobilen Apps. Mobile Apps, die als Web-Erlebnisse konzipiert sind, fühlen sich peinlich und unnötig an – nicht, weil sie Probleme mit der Benutzerfreundlichkeit haben, sondern weil sie sich einfach von den Erwartungen der Nutzer unterscheiden.

Vermeide demnach auch die Verwendung von unterstrichenen Links in mobilen Apps. Unterstrichene Links sind ein natürlicher Teil des Browser-Seitenmodells. Sie können jedoch nicht auf mobile Anwendungen angewendet werden, da Apps Schaltflächen und keine Links verwenden.

Auch kann es den User frustrieren, wenn deine App ihn für weitere Inhalte oder zum Ausführen einer Aktion in einen mobilen Browser weiterführt. Das erhöht außerdem die Abbruchrate und reduziert deine Conversion, da der User oft nicht mehr zur App zurückkehrt.

7. Gib‘ deinem User die Chance, deine App kennenzulernen

Bewertungen und Rezensionen sind wichtig für den Erfolg in mobilen Geschäften sind. Denn sie helfen anderen Usern, bei der Entscheidungsfindung, ob sie eine App ausprobieren möchten. Eine App mit positiveren Bewertungen und Bewertungen hat einfach bessere Chancen, heruntergeladen zu werden.

Um von deinen Usern ein gut durchdachtes Feedback zu erhalten, sollte dein User Zeit haben, sich eine Meinung zu deiner App bilden zu können. Biete deinem User also zuerst eine tolle Experience und frage ihn zum richtigen Zeitpunkt, eine Bewertung abzugeben.

Überlege dir beispielsweise, wann sich für den User eine logische Pause ergibt, eine Rating-Anfrage zu beantworten.  Wiederkehrende User werden deine App mit höherer Wahrscheinlichkeit bewerten und besser informiertes Feedback geben können.

Fazit

Die Erwartungen an mobile Anwendungen werden immer höher und die Konkurrenz ist groß. Werde dir bewusst welche Ziele du mit deiner App erreichen möchtest und was dein user benötigt um dieses Ziel auszuführen. Um die Erwartungen deiner User langfristig zu erfüllen und sollte deine App nützlich, relevant und wertvoll sein und diese Vorteile auch beibehalten. Die Verbesserung der User Experience ist in jedem Fall keine einmalige Sache, sondern ist eine fortlaufende Aufgabe.


Quellen:

Adhust.com (2018): Mobile Benchmark 2018 [online]
https://learn.adjust.com/rs/108-GAZ-487/images/Adjust%20Mobile%20Benchmarks%202018%20Edition.pdf [01.06.2018]

Babich, Nick (2018): 10 Do’s and Don’ts of Mobile UX Design [online]
https://theblog.adobe.com/10-dos-donts-mobile-ux-design/?origref=https%3A%2F%2Fwww.google.at%2F [01.06.2018]

ÖWA (2018): Globale App-Nutzung im Fokus [online]
http://www.oewa.at/news/103 [01.06.2018]

Usability.gov (o.J.): User Experience Basics [online]
https://www.usability.gov/what-and-why/user-experience.html [01.06.2018]

UX Mastery (2012): What the #$%@ is UX Design [online]
https://www.youtube.com/watch?v=Ovj4hFxko7c [01.06.2018]

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