Mensch Maschine Interaktion

3D Touch

Was bietet 3d Touch

Ich erinnere mich noch gut an meine frühe Teenagerzeit. Damals hatte ich ein Handy, mit dem nicht mehr möglich war als zu telefonieren und ab 1994 auch Kurznachrichten sog. SMS zu versenden. Das Gerät war kleiner als aktuelle Modelle, nicht nur weil es über keinen der heute üblichen Screens verfügte, sondern auch weil „klein“ gleichgestellt mit „sexy“ war. Die Displays von damals, die den Namen „Screen“ nicht verdienen, es handelte sich mehr oder weniger um einfarbige grüne Displays, die recht grobe Quadrate anzeigen konnten, aus denen sich die Zahlen und Ziffern zusammensetzten. Im Prinzip finden wir diese Anzeigen heute noch in handelsüblichen Taschenrechnern.
Die rasante Entwicklung der letzten 20 Jahre brachte uns diverse Neuerungen und Zusatzfunktionen, wie das Anzeigen und versenden von Bildern (MMS) oder das erste von Massen akzeptierte „Smartphone“ von Apple, das iPhone. Zwar war Apple bei weitem nicht das erste Unternehmen dass mit Touch-Screens experimentierte, aber doch das Erste, dass den Nutzer in den Mittelpunkt der Entwicklung stellte und erstmalig eine Technologie bot, die begeisterte. Die Bedienung, die Funktionen und die zugrunde liegende Technik unterschied sich grundlegend von früheren Modellen anderer Hersteller.
berühurngs- und gestensensitive Endgeräte veränderten die Art, wie wir diese Kommunikationstools verwendeten. Selbst Kleinkinder sind in der Lage diese Smartphones zu bedienen.

 

3D Touch - digital die Welt erfühlen
3D Touch

 

Vom komplizierten Tastenzwerg zum Alleskönner

Was als revolutionäre Entwicklung begann ist heute Standard. Selbst konservative Hersteller wie Blackberry konnten die sinkenden Absatzzahlen nicht mehr ignorieren und mussten die eigene Produktlinie um Berührungsempfindliche „alldisplay“-Geräte erweitern.
Wir sind also an einem Punkt, an dem wir diese intuitiven Funktionen nicht mehr missen wollen oder können.
Ein Jahrzehnt reichte aus und wir können uns kaum noch vorstellen ohne „Touch“ leben, arbeiten oder interagieren zu können – zumindest im Bereich der Mensch-Maschine Interaktion.
Aber was wäre, wenn nicht nur wir unsere Screens berühren könnten, sondern wenn unsere Screens uns berühren könnten? Wenn die Interaktion sich nicht mehr auf Eingabebefehle begrenzen, sondern auch die Response zusätzlich zu Bild und Ton auch Tasteindrücke vermitteln könnte?
Wenn wir Formen und Oberflächen nicht nur sehen sondern auch ertasten könnten?
Natürlich, im ersten Moment kommt da die Medizintechnik in den Sinn und die großen Vorteile für blinde und sehbehinderte Menschen, deren Handy in der Lage wäre Blindenschrift darzustellen. Das wäre aber bei weitem zu kurz gedacht.
Nein was wäre wenn der Handyscreen eine Wiese zeigt, und die Halme ertastbar machen könnte, wenn eine Oberfläche Glatt wie Glas sich plötzlich anfühlen könnte wir Stein, oder wenn wir die Tischkante im angezeigten Bild erfühlen könnten oder sogar den Eindruck von glatter menschlicher Haut?

Entwicklung und Möglichkeiten des 3D Touch

Apples erste Schritte mit der 3D-Touch-Technologie 2015 zeigen, dass dies bald Realität werden könnte. Fühle eine Oberflächenstruktur, kommuniziere mit Blindenschrift, spiele sogar ein Instrument – die taktilen Fähigkeiten zukünftiger Technologien werden unsere digitalen Erfahrungen verändern. Anfangs wurde nur das Display druckempfindlich und ermöglichte dem Nutzer dadurch Objekte intuitiver nach hinten und nach vorne zu schieben, anstatt „nur“ von Links nach Rechts und umgekehrt.
Wahrnehmung und Feedback erweitert um eine weitere Dimension.

Die wahrhafte Revolution im Bereich ertastbares Feedback kam aber schon 2013 von Disney, allerdings auf experimentellem Niveau und ohne Marktreife.
Disney, ein Unternehmen, dass viele nur mit Märchen und Kinderträumen assoziieren,
hat eine große Forschungseinrichtung in der ständig an den neusten und zukunftsträchtigsten Technologien geforscht wird. Weitere Informationen zu den Forschungsaktivitäten von Disney unter disney.com.1
Disney hat Touchscreens entwickelt, die ihre Oberflächenreibung in Echtzeit ändern können, um dynamische Oberflächentexturen zu erzeugen. Die Technologie ist auffallend effektiv, und die daraus resultierende Erfahrung könnte tiefgreifende Auswirkungen für eine Reihe von Branchen haben. Stellen Sie sich Suchergebnisse vor, bei denen Personen die Texturen in ihren Fotos fühlen können. Und die Zukunft des Spielens würde durch eine dritte Dimension der Berührung revolutioniert werden – sehen, hören und FÜHLEN !

Wie es funktioniert

Die zugrundeliegende Hypothese ist, dass, wenn ein Finger auf einem Objekt gleitet, winzige Oberflächenvariationen von reibungsempfindlichen Mechanorezeptoren in der Haut wahrgenommen werden.
Die Herausforderung:
Diese Reize an den reibungsempfindlichen Mechanorezeptoren künstlich zu stimulieren.
Tatsächlich versuchen die Forscher von Disney diesen Effekt, das Gefühl fon Oberfläche und Struktur mittels veränderten Reibungsimpulsen ziwschen der Screenfläche und eer Fingerspitze zi erzeugen. Dazu verwenden sie elektrische Spannung.
Steigt die Spannung je näher sich der Finger des Nutzers in der Mitte des Screens befindet und sinkt wieder je weiter sich der Finger von der Mitte weg bewegt, so entsteht beim Nutzer das Gefühl über eine Wölbung zu streichen.
Vielleicht werden wir schon bald visuell, sondern auch haptisch und sensitiv mit unseren Devices interagieren.

 

// life motto

if (sad() === true) {

sad().stop();

beAwesome();

}

 

Quellen

Seung-Chan Kim, Ali Israr, Ivan Poupyrev, October 2013 Disney Research www.disney.com [Stand 01.01.2018]

Bildquelle

disney research, Oktober 2013, www.disney.com [Stand 01.01.2018]



1 thought on “3D Touch”

  • Interessant. Ich frage mich wann die Handys mit so einer Technik ausgestattet sein werden.
    Bei der momentanen schnellen Entwicklung duaert es sicher nciht mehr lange.

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