Mensch Maschine Interaktion

Smart Toys: Beginnt die Datensammlung bereits im Kinderzimmer?

Wir alle hatten sie: Die Spielkameraden, die uns durch unsere Kindheit begleitet haben. Puppen, Teddybären etc. gehörten zu unseren ersten Lebensjahren. Wer hatte nicht den Wunsch sich mit seinem Spielzeug unterhalten zu können? Heute ist das möglich! Die Digitalisierung macht auch im Kinderzimmer keinen Halt, denn die Spielzeuge werden immer schlauer. Diese nennen sich „Smart Toys“. Die intelligenten Spielzeuge sind momentan ein heiß diskutiertes Thema, denn immer mehr Toys stehen unter Spionage-Verdacht. Sind diese Spielzeuge wirklich eine Bedrohung für unsere Kinder? Haben wir mittlerweile zu viel High Tech im Kinderzimmer ?

Smart-Toys
Bild1: Beginnt die Datensammlung bereits im Kinderzimmer?

Laut der Seite bee-secure.lu wird ein Smart Toy wie folgend erklärt:

„Bei Smart-Toys handelt es sich um neue, zwischen Spielzeug und Kommunikationstool angesiedelte Hybridpuppen oder -geräte. Sie sind über eine Schnittstelle direkt oder indirekt mit dem Internet verbunden, und weit mehr als reines elektronisches Spielzeug.“ (vgl. BEE SERCURE, 2018)

Kommunizierende Smart-Toys: Virtuelle Freunde – „Komm lass uns Puppen spielen“

Eine Puppe als Spionagewerkzeug? Im Web gibt es bereits zahlreiche Berichte über „My Friend Cayla“. Die Puppe mit der Abhörfunktion, soll kinderleicht gehackt werden können und Daten sammeln. Klingt wie aus einem schlecht Film, ist aber so.

Cayla kann sich mit dem Internet verbinden und mit dem Kind sprechen. Damit die Puppe Fragen beantworten kann, muss sie auch zuhören können. Und genau dabei entsteht ein großes Sicherheitsrisiko, denn die niedliche Puppe verfügt über ein Lautsprecher und Mikrofon und kommuniziert über Bluetooth mit der App.  Also alles was Cayla erfasst, kann an Dritte weitergeleitet somit Daten gesammelt werden.  Aus diesem Grund gilt Cayla als „versteckte, sendefähige Anlage“. Auch der kleine Teddybär von Fisher Price und die Hello Barbie weisen enorme Sicherheitslücken auf.  Diese smarten Spielzeuge haben eines gemeinsam: Sie funktionieren auf die gleiche Art wie der Sprachassistent Siri: Sie benutzen eine intelligente Plattform. Sogar die Eltern können mittels App über dieses Toy mit ihren Kindern kommunizieren (vgl. stern.de GmbH, 2017)

Die meisten Apps dieser Smart-Toys sind nicht geschützt und ermöglichen dadurch Drittpersonen sich sehr einfach in das System zu hacken.

(vgl. YouTube, 2017b)

Smart Toys mit Überwachungsfunktion – „Wer hat an der Uhr gedreht?“

Das Kind von heute trägt eine sogenannte „Kinder-Smartwatch“. Bei diesen intelligenten Uhren ist das Anzeigen der Uhrzeit nur eine Nebensache, denn Dank dieser Uhren ist es möglich, sein Nachwuchs zu überwachen. Mit Hilfe GPS-Ortung, eingebauter Kamera und SIM-Karte kann festgestellt werden, wo sich das Kind befindet und was es macht. In Deutschland wurden diese Kinderuhren mit Abhörfunktion verboten, die Ortung ist aber weiterhin erlaubt. (vgl. ZEIT ONLINE GmbH, 2017)

Gewährt diese Kontrolle die Sicherheit der Kinder oder ist es einfach nur eine neue Art  von  Überwachung?  Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – aber besteht dabei nicht die Gefahr, dass die Kontrolle Überhand nimmt und zu sehr in den den Freiraum des Kindes eingreift?

Ein Blick in das Kinderzimmer zeigt uns: Sprechende Puppen, intelligente Uhren oder Lern-Tablets sind sehr beliebt. Diese klugen Spielzeuge können alles, was in ihrer Nähe passiert,  aufzeichnen. Gefährliche Sicherheitslücken, wie beispielsweise die unzureichende Verschlüsselung der Daten, machen einen Datenklau möglich.

Sind diese smarten Spielzeuge auch bereits bei ihnen ins Kinderzimmer eingezogen? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar unter dem Artikel.

 

Quellen:

BEE SECURE (2018), „Robotik“, URL:/ https://www.bee-secure.lu/de/themen/internet-of-things/smart-toys )[Stand: 12. Februar. 2018]

stern.de GmbH (2017), „Mit diesen Spielzeugen können Hacker Kinder ausspionieren“, URL:( https://www.stern.de/tv/ausspioniert-im-kinderzimmer–wie-diese-spielzeuge-von-hackern-manipuliert-werden-koennen-7367012.html–)  [Stand: 12. Februar. 2018]

ZEIT ONLINE GmbH (2017), „Netzagentur verbietet heimlich mithörende Kinderuhren“, URL:( http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-11/kinderuhr-ueberwachung-monitorfunktion-verboten-bundesnetzagentur) [Stand: 12. Februar. 2018]

Stiftung Warentest, „Smart Toys: So gefährlich ist smartes Spielzeug“, 28.02.2017, URL: (https://www.youtube.com/watch?v=9rHJ5NMm6Lw) Februar. 2018]

Bilderverzeichnis:

Titelbild & Bild 1:https://www.digitaltrends.com/home/fisher-price-smart-toys-found-to-have-security-vulnerabilities/ [Stand: 19. Februar. 2018]

 

 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.