Wie der Kunde 4.0 von morgen bezahlt

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Wie werden wir zukünftig unsere Produkte bezahlen? Es gibt einige digitale Bezahlvorgänge, doch welche wird sich durchsetzen? Bankomatkarten, Chipkarten in der Haut, Handyzahlen via NFC oder doch mit Kryptowährungen?

Inhalte:

  1. Mobile Payment gilt als Zukunft
  2. Innovation muss forciert werden
  3. Nahfeldkommunikation (NFC)
  4. AliPay und WeChat als QR-Code Vorreiter
  5. Kryptowährung im Vormarsch
  6. Fazit

 

Mobile Payment gilt als Zukunft

Schon in den Online Shops merkt man, dass es sehr viele Arten von Bezahlmöglichkeiten gibt. Die Auswahl reicht von PayPal bis zur klassischen Rechnung per Nachnahme. Auch im stationären Handel sind Innovationen nötig um ein einfaches und schnelles Bezahlen zu ermöglichen. Laut einer Studie der Mobile Marketing Association Austria, verbringt der durchschnittliche Österreicher mehr als drei Stunden am Tag mit seinem Smartphone. Eine Möglichkeit um den Bezahlprozess zu optimieren und den Kunden 4.0 eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten ist das Handy zahlen oder auch „mobile payment“ genannt. [1]

Die Bereitschaft immer mehr Produkte auch mit dem Mobilgerät via Funkübertragung (NFC) zu bezahlen wächst immens. Das Potential reicht so weit, dass es sogar zu einer gängigen Bezahlmethode werden könnte, so wie wir es von der Bankomatkarte heute kennen. [2] Beispiele für Handy Zahlungen sind Apple Pay oder Google Pay. Diese Plattformen kommunizieren kontaktlos per NFC und werden in den USA und in europäischen Ländern wie Großbritannien, Belgien oder Irland bereits benutzt.  Voraussetzung für die Benutzung ist eine Kreditkarte, von der das Geld, nach Abschluss des Bezahlvorgangs, abgebucht wird.

Google Pay startet Ende Juni in Deutschland

Innovation muss forciert werden

Um eine flächendeckende Einsatzmöglichkeit zu bieten, sind Investitionen gefordert. So sind derzeit nur 60 % aller Kassaautomaten in deutschen Geschäften mit der Technologie NFC aufgerüstet. Um diese zu forcieren muss nicht nur die Technik des Mobile Payment ausgereift sein, sondern sollte auch einen Mehrwert bieten. Zum Beispiel mit einem Bonussystem oder die Möglichkeit sein Produkt schneller und günstiger zu bekommen. In den USA kann der Kunde 4.0 per App schon 500 Meter bevor er die Starbucks Filiale betritt seinen Kaffee bestellen und auch gleich bezahlen und vermeidet dadurch unnötige Wartezeiten in der Bestellschlange. Ein weiterer Grund wieso diese Innovation zögerlich akzeptiert wird, ist das Verbrauchervertrauen. Der Kunde 4.0 legt sehr viel wert auf das Thema Sicherheit und möchte sensible Daten von seiner Kreditkarte nicht jedem anvertrauen. Smartphones wie das iPhone X oder das Samsung Galaxy S8 haben ein biometrisches Authentifizierungsmerkmal, wie einen Irisscanner oder Fingerprint-Scanner, und erhöhen damit die Sicherheit enorm im Gegensatz zu Bankomatkarten. Jedoch sind solche Entsperrungsfunktionen nicht mit jedem Handy möglich.[3]

 

Nahfeldkommunikation (NFC)

Obwohl alle Apple Handys ab der Modellreihe 6, NFC-fähige Geräte sind, blockt der US amerikanische Hersteller die Schnittstelle für andere Softwares. So ist es momentan die NFC Nutzung nur über Apple Pay möglich. Damit will sich Apple vermutlich zukünftig an den Ausgaben über die App beteiligen. Apple selbst hat sich dazu bis dato noch nicht darüber geäußert. Andorid Geräte hingegen haben eine offene Schnittstelle und können daher auch von Drittanbietern Softwares wie z.B. von der Commerzbank verwendet werden. [4]

Apple Pay blockt NFC

AliPay und WeChat als QR-Code Vorreiter

Eine in China weit verbreitete mobile Payment Variante ist jene mittels QR Code am POS. Dieser scanbare Code am Handy wird von der Payment-App generiert. So verzeichnet WeChat momentan mehr als 1 Milliarde und Alipay ca. 600 Millionen aktive Nutzer. Damit gelten die beiden chinesischen Plattformen als absolute Vorreiter in der Verwendung von Mobile Payment. Die chinesischen Anbieter AliPay und WeChat haben sehr viele Handelspartner für sich gewinnen können. Es ist fast überall möglich per App auf dem Smartphone zu bezahlen. Momentan ist die Benutzung jedoch nur mit einer chinesischen Kreditkarte möglich. Eine in Österreich verfügbare Plattform für Mobile Payment wäre Blue Code, die mittels Strichcode das nötige Geld vom Bankkonto abbucht. [5]

 

Kryptowährung im Vormarsch

Ein weiteres zukünftiges digitales Bezahlsystem könnten Kryptowährungen sein. Kryptowährungen gelten aufgrund der komplexen und fälschungssicheren Blockchain Technologie als besonders sicher. Zudem sind sie dezentral und somit nicht von einem Geldinstitut wie der Europäischen Zentralbank (EZB) kontrollierbar. Die prominenteste und erste Kryptowährung ist der Bitcoin, jedoch gibt es mittleiweile bereits 1300 andere Kryptowährungen. Um bei der Kasse den Bezahlvorgang abzuschließen, muss der Kunde 4.0 zukünftig die Kryptowährung seiner Wahl auf seiner Wallet (virtuelle Brieftatsche) speichern. Dies kann online als auch offline (Paper Wallet) passieren. Der Vorteil ist, dass diese Wertanlage unabhängig von Banken ist und somit Inflationsbereinigt ist. Der Nachteil ist, dass dieser Umgang mit Kryptowährungen noch sehr komplex ist und durch Fehler beim Lagern der Währung, diese komplett verloren gehen kann.[6]

 

Fazit

Eines ist jedoch klar, Innovationen wie mobile payment benötigen noch Zeit um die Bargeldzahlung zu ersetzen. Jedoch könnten sich mit dem Start von Google Pay und Apple Pay im deutschsprachigen Raum einige neue Möglichkeiten für den Kunden 4.0 entwickeln. Weiters gibt es noch jene, meist ältere, Gesellschafften die diesem digitalen Prozess nicht vertrauen und mit „echtem“ Geld bezahlen möchte.

 

Quellenverzeichnis

[1]Vgl.MMA (2017) https://www.mmaaustria.at/single-post/2017/10/18/Mobile-Marketing-Studie-%C3%96sterreicher-interagieren-mit-ihrem-Mobiltelefon-bereits-mehr-als-drei-Stunden-pro-Tag [28.05.2018]

[2] KPMG (2015): Der Kunde der Zukunft – Einkaufen heute und morgen, in: Konsumentenstudie 2015, S.19

[3] Vgl. Brandt (2017): https://www.it-zoom.de/mobile-business/e/mobile-payment-komfort-vs-sicherheit-18391/ [28.05.2018]

[4] Vgl. Atzler et al. (2018): http://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/mobiles-bezahlen-google-pay-startet-ende-juni-in-deutschland-mit-der-commerzbank/22656390.html [10.06.2018]

[5] Vgl. Nitsche (2018): https://paymentandbanking.com/alipay-wechat-unionpay-chinas-big-three/ [10.06.2018]

[6] Vgl. Consorsbank (2018): https://wissen.consorsbank.de/t5/Blog/Kryptow%C3%A4hrungen-das-Zahlungsmittel-der-Zukunft/ba-p/69564 [10.06.2018]

Ich bin Satyam Kashyap und arbeite im Marketing für ein Telekommunikations Unternehmen mit Hauptsitz in Wien. Die Schritte zum Kunde 4.0. bringen Unternehmen meiner Meinung die Chance individuell auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Deshalb behandle ich unter anderem die Themen Kryptowährung und Chat Bots in unseren Blogbeiträgen.

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