Datenschutz aus Usersicht

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Konsumenten haben sich lange gefragt, was Google und Facebook über sie wissen und wer sonst noch auf ihre persönlichen Daten zugreifen kann. Wie wichtig Datenschutz für den Kunden 4.0 wirklich ist und wie widersprüchlich seine Schutzmaßnahmen sind erfährst du in diesem Beitrag.

Die PWC Studie belegt, dass Ängste vor einem verantwortungslosen Umgang mit sensiblen Daten, mangelnder Kontrolle über ihre persönlichen digitalen Informationen, Misstrauen bei den Verbrauchern hervorrufen.

Inhalte:

  1. Es herrscht Misstrauen
  2. PwC Studie
  3. Ergebnisse
  4. Widersprüchliche Maßnahmen seitens der User
  5. Exkurs „Offline-Welt“
  6. Fazit

 

Es herrscht Misstrauen

Schlimme Verstöße rund um den Globus sorgen dafür, dass die Verbraucher angespannt sind und Misstrauen herrscht, dass Finanzinstitute und andere Unternehmen mit der Sicherheit ihrer vertraulichen Informationen und Daten umgehen werden können. Dies geht aus zwei Beispielen hervor:

Allein im vergangenen Jahr erlitt Equifax [1] einen massiven Verstoß, der die persönlichen Identitätsinformationen von 143 Millionen Verbrauchern in den USA preisgab, und Yahoo [2] gab bekannt, dass seine Verletzung von 2013 letztlich alle 3 Milliarden Kontoinhaber betraf. [3] [4] 

 

PwC Studie

„Die Bedrohungslandschaft entwickelt sich ständig weiter“, sagt Pieter Penning, Partner von PricewaterhouseCoopers (PwC) Cybersecurity and Privacy Practice. [5]

Tatsächlich, die Verbraucher sind sich der Cybersicherheitsbedrohungen, wie der Entstehung von Ransomware bewusst und bleiben skeptisch, dass Unternehmen sie nach einem Angriff abwehren oder eine Wiederholung des Vorfalls verhindern können. Dies geht aus Berichten von PwC und der BAV-Gruppe hervor, die mehr als 2.000 Amerikaner befragte. Im Rahmen ihrer Consumer Intelligence Series „Protect.me“ und einer Studie des Professors der Carnegie Mellon Universität, Rahul Telang, und seines Schülers Sriram Somanchi, der den Bericht Sicherheit, betrügerische Transaktionen und Kundentreue eine Feldstudie veröffentlichte. [5] [6]

Wie der Kunde 4.0 von morgen bezahlt 

Diese Bedenken könnten dazu führen, dass Verbraucher ihre Bevormundung eines Unternehmens einstellen, heißt es in den Berichten. [5]

 

Ergebnisse

Die Ergebnisse in den Berichten zeigen die Einstellung der Verbraucher zur Cybersicherheit der Unternehmen, mit denen sie zu tun haben, und was Unternehmen tun können, um ihre Kunden vor und nach einem Verstoß zu behalten:

Die Mehrheit der Verbraucher sorgt sich um Cyberangriffe. Der PwC-Bericht zeigt, dass 69% der Verbraucher glauben, dass Unternehmen, die sie unterstützen, anfällig für Hackerangriffe und Cyberangriffe sind. [5]

Mangelnde Kontrolle über persönliche Informationen ist aus Sicht der Verbraucher ein großes Problem. Nur 10% der PwC-Umfrageteilnehmer haben das Gefühl, dass sie die vollständige Kontrolle über ihre persönlichen Daten haben. [5]

Die Vertrauenswürdigkeit variiert zwischen den Branchen. Die Cybersicherheit der Banken wird laut PwC-Bericht mit 42% als sicher, verglichen mit der Marketing- und Werbeindustrie mit 3%, wahrgenommen. [5]

Unternehmen, die mit den Daten ihrer Kunden nicht verantwortungsvoll umgehen, könnten 87% ihrer Kunden verlieren, so die PwC-Umfrage. [5]

Unternehmen sollten offenlegen, warum ein Cyberangriff stattgefunden hat. Finanzunternehmen sehen sich einem Anstieg der Kundenabwanderung um 3% Punkte gegenüber, wenn sie den Kunden nicht erklären, warum der Vorfall oder die Sicherheitsverletzung überhaupt stattgefunden hat, heißt es im Carnegie Mellon-Bericht. Ohne diese Erklärung sehen Kunden ihre zukünftigen Transaktionen in Gefahr. [5]

Von allen Schritten, die ein Unternehmen unternehmen kann, um einen Kunden nach einem Verstoß zu behalten, waren Vergütungen die häufigsten Maßnahmen, mit 27% unter den PwC-Umfrageteilnehmern. Carnegie Mellons Telang stellt außerdem fest, dass, wenn ein Schaden für einen Verbraucher klar ist, er das Problem persönlich anspricht und Kunden entweder mit Geld oder mit Dienstleistungen entschädigt, um die Chance zu verringern, dass sie das Geschäft aufgeben. [5]

 

Widersprüchliche Maßnahmen seitens der User

Die Menschen sind voller Widersprüche, gehen durchs Leben, sagen eine Sache und machen dann eine andere. Zum Beispiel meinen Leute, dass ihnen der Datenschutz sehr wichtig ist, aber sie sind oft bereit ihre Daten bspw. als Währung zu verwenden. Als Unternehmen ist es wichtig zu verstehen, wie schnell die Verbraucher bereit sind ihre Daten weiterzugeben.

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in Deutschland wurde in 372 Städten eine Studie durchgeführt. Dabei sind 3.544 Einzelhändler, Geschäfte und Händler herangezogen worden. Diese haben Gutscheine in eine mobile App hochgeladen. Indem Verbraucher ihre GPS-Funktion aktiviert und ihre Echtzeit-Ortsinformationen geteilt haben, konnten sie diese Gutscheine erhalten. Die Kundenbindung dieser standortbezogenen Coupons übertraf die anderer traditionellerer Handy-Anzeigen um das Drei- bis Zehnfache. [7]  

 

Exkurs „Offline-Welt“ 

In der Online-Welt brauchten wir nur wenige Jahre, um uns an die Idee zu gewöhnen, dass Firmen unser Browsing-Verhalten verfolgen und unsere nächsten Schritte vorhersagen können. Aber eine ähnliche Revolution wird uns offline treffen.

Wenn es um unsere Bewegungen im realen Leben, nicht im Cyberland, geht, können Firmen messen, wenn wir an ihren physischen Läden vorbeilaufen, wenn wir durch den Vordereingang kommen, wenn wir in den fünften Stock gehen, und so weiter. Diese Art von Flugbahndaten über unsere Laufmuster kann immens nützlich sein, um unsere Einkaufspräferenzen vorherzusagen. [7]

 

Fazit

Wir mögen einen Instinkt haben, um unsere Privatsphäre zu schützen, aber wir sind auch zunehmend bereit, diese Daten für Bequemlichkeit oder Geld zu tauschen. Zudem wollen wir auf soziale Netzwerke trotz aller Skandale nicht verzichten und shoppen weiterhin auf Amazon 😉

Noch nicht DSGV sicher? Jetzt aber schnell!

 

Wie wichtig ist dir Datenschutz? Wie schützt du deine Daten? Lass es uns in den Kommentaren wissen! 

 

Quellenverzeichnis

[1] Vgl. Sharan, Hamza/The Washington Post (2017): Equifax CEO Richard Smith steps down amid hacking scandal [online[ https://www.washingtonpost.com/news/the-switch/wp/2017/09/26/equifax-ceo-retires-following-massive-data-breach/?noredirect=on&utm_term=.119c072c4f9a [23.06.2018]

[2] Vgl. Auer, Matthias/DiePresse.com (2016): Yahoo, das weltgrößte Datenleck [online] https://diepresse.com/home/techscience/internet/5134859/Yahoo-das-weltgroesste-Datenleck [23.06.2018] 

[3] Vgl. Vijayan, Jai/DarkReading (2017): Equifax Exec Departures Raise Questions About Responsibility for Breach [online] https://www.darkreading.com/attacks-breaches/equifax-exec-departures-raise-questions-about-responsibility-for-breach/d/d-id/1329914?piddl_msgid=329433 [23.06.2018] 

[4] Vgl. DarkReading (2017): Yahoo: All 3 Billion Accounts Affected in 2013 Breach [online] https://www.darkreading.com/attacks-breaches/yahoo-all-3-billion-accounts-affected-in-2013-breach/d/d-id/1330039?piddl_msgid=329634 [23.06.2018] 

[5] Vgl. PwC (2017): Consumer Intelligence Series: Protect.me [online] https://www.pwc.com/us/en/services/consulting/library/consumer-intelligence-series/cybersecurity-protect-me.html [23.06.2018] 

[6] Vgl. ftc (2016): Security, Fraudulent transactions and Customer Loyalty: A Field Study [online] https://www.ftc.gov/system/files/documents/public_comments/2016/10/00062-129181.pdf [23.06.2018] 

[7] Vgl. Molitor, Dominik/Reichhart, Philipp/Spann, Martin/Ghose, Anindy (2017): Measuring the Effectiveness of Location-Based Advertising: A Randomized Field Experiment [online] https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2645281 [23.06.2018] 

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