Die Nutzung von Augmented Reality und Virtual Reality in Unternehmen und deren Marketing

 

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Bei Augmented Reality (AR) werden mithilfe einer AR-Brille oder dem Smartphone beziehungsweise dem Tablet der Realität virtuelle Inhalte hinzugefügt. Sie wird also erweitert.

Bei Virtual Reality (VR) taucht der Nutzer mithilfe einer VR-Brille (360 Grad Blick) und Kopfhörern vollständig in eine virtuelle Realität ein. [2]

Inwieweit sind diese Technologien in Unternehmen durchgedrungen? Wie erreichen Unternehmen zukünftig Kunden und was muss dafür getan werden?

Inhalte:

  1. Industrie 4.0 – ein kurzer Einblick
  2. AR und VR dringen langsam aber sicher in Unternehmen durch
  3. Chancen für Unternehmen
  4. Wie können Unternehmen AR und VR nun konkret nützen?
  5. Chancen für die Gaming Industrie
  6. Chancen für Social Media
  7. Fazit

Industrie 4.0 – ein kurzer Einblick

Industrie 4.0 – die vierte industrielle Revolution – spielt sich direkt vor unseren Augen ab. Internet of Things, Cobots, Robots, Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Mixed Reality (MR), etc. sind nennenswerte Tech-Komponenten dieser Revolution.

Augmented Reality gibt es zwar schon seit Jahren, jedoch erfährt die Technologie gemeinsam mit Virtual Reality gerade einen Boom, der mit großer Wahrscheinlichkeit andauern wird.

Niantic mit Pokemon Go, Snapchat, vrei (VR Café in Wien) & Co machen es vor, wie man AR und VR einsetzen kann. Pokemon Go ließ über viele Monate (und teilweise noch immer) Menschen durch die Straßen irren, immer mit Blick auf ihr Smartphone. Snapchat lässt des Nutzers Avatar und andere Figuren beispielsweise im Raum zum Tanzen bringen. Das Ziel von vrei ist es den Café Besuchern ein besonderes Erlebnis in der virtuellen Realität zu bieten (Games, After-Work Racing Challenges und VR-Racing Tournaments). Diese Unternehmen haben die Möglichkeiten dieser zukunftsträchtigen Technologien erkannt und scheuen nicht davor damit zu experimentieren. [1]

AR und VR dringen langsam aber sicher in Unternehmen durch

Laut dem Deutschen Markenreport 2017 ist Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) “keine flüchtige Bewegung, sondern schon bald fester Bestandteil unseres Alltags – so wie es das Internet heute ist”. [3]

Trendzahlen zu Augmented Reality und Virtual Reality - Ein Ausschnitt des Deutschen Markenreports 2017Quelle: Deutscher Marktreport 2017

Es wird erwartet, dass für AR im Gegensatz zu VR bis 2022 mehr Geld ausgeben wird und AR sich mit einer höheren Geschwindigkeit entwickeln wird. [4]

Das größte Potential liegt laut dem Deutschen Markenreport in der Automobil- und Tourismusbranche, da das Marken- und Produkterlebnis im Vordergrund steht. Unternehmen fehlt häufig das Know-How, die Experten, die Ideen, Konzepte  und Ähnliches für die Anwendung, weshalb sich heutzutage noch die wenigsten Unternehmen damit beschäftigen.

Deutscher Markenreport 2017 - Gründe warum sich häufig Unternehmen nicht mit AR und VR beschäftigenQuelle: Deutscher Marktreport 2017

Laut einer Umfrage des Deutschen Marktreports 2017 ist VR und AR in 5,7 Prozent der Fälle bereits schon integraler Bestandteil des Angebots, während 51,3 Prozent der befragten Unternehmen sich noch gar nicht oder erst zukünftig mit dem Thema befassen. 9,1 Prozent können es nicht einschätzen und die restlichen 34,1 Prozent sind mitten in der Analyse, Planung und Umsetzung von Pilotprojekten.

Folgende Industrien sind die treibenden Kräfte in der Branche, allen voran Medien, Transport und Mobilität sowie Informationstechnologie/Telekommunikation.

AR und VR - Treibende Kräfte in der IndustrieQuelle: Deutscher Marktreport 2017

Die Zielgruppe als Treiber

Die Kunden der Zukunft werden “Digital Natives” sein und diese verwenden viele der neuen Technologien intuitiv. Darüber hinaus möchten sie als Individuum wahrgenommen werden und von den Unternehmen auch dementsprechend behandelt werden (zB. Mitgestaltung von Produkten, personalisierte Werbung, etc.). Die Zielgruppe muss also im Mittelpunkt stehen und nicht die Technologien.

Augmented Reality bietet somit nur dann einen echten Nutzen, wenn die, die es verwenden – sei es ein Mitarbeiter, ein Käufer, ein Bewerber oder jemand anderer – einen klaren Vorteil daraus ziehen können. Die Technologie muss auf die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer eingehen, einfach und intuitiv bedienbar sein und in der Verwendung Freude bereiten.

Chancen für Unternehmen

Werden die Technologien durchdacht und zielgruppenspezifisch, mit dem Konsumenten im Mittelpunkt stehend, eingesetzt, kann AR und VR langfristig gesehen sehr lukrativ für Unternehmen sein und die Kunden der Zukunft auf sich aufmerksam machen. Für Unternehmen kristallisieren sich folgende Chancen heraus:

  • erhöhte Kundeninteraktion und somit erhöhte Verweildauer
  • Echtzeit-Feedback/-Daten
  • erhöhte Kundenbindung
  • besseres Story Telling und Content Marketing
  • (aktuell noch) Wettbewerbsvorteil
  • Möglichkeit eines höheren Return on Invest
  • Stärkung der Marke/Branding
  • Attraktiver Arbeitgeber für junge Bewerber

So auch das Magazin Retail Focus und Alive Film[5] [6]

Wie können Unternehmen AR und VR nun konkret nützen?

Durch AR ist es Unternehmen möglich, ihre Produkte und Dienstleistungen für die jeweilige Zielgruppe lebendig und greifbar zu machen. 

Es kann der Zielgruppe beispielsweise näher gebracht werden, wie sich ein Besuch in dem Lokal anfühlt oder ob ein bestimmtes Möbelstück in einem Raum an einem gewissen Platz passt und wie es dort aussieht. Auf diese Art kann großer Zuspruch und großes Engagement erreicht werden.

Wichtig ist aber, dass Unternehmen – wie zuvor schon erwähnt – die Technologie nicht in den Vordergrund stellen, sondern die Zielgruppe. Ausgehend von den Bedürfnissen und den Wünschen der Zielgruppe muss die Technologie eingesetzt werden. Je nachdem wer die Zielgruppe ist, sollte auch an ein Marketing- und Kommunikationskonzept gedacht werden.

Ein gutes Beispiel dafür ist Pepsi. Pepsi hat bei einer Londoner Bushaltestelle die gläsernen Seitenwände mit AR-fähigen Bildschirmen ausgetauscht. Die Leute, die auf den Bus warteten, sahen die Straße, die Autos, die Passanten, etc. wie gewöhnlich, gleichzeitig sahen sie aber im normalen Umfeld auch Ufos, Monster, Meteoriten oder Tiger. Die Reaktionen darauf waren, wie man es erwarten würde, sehr vielfältig. Viele der Leute wusste nicht was um sie herum passiert, aber mit einem Blick um die Glaswand sahen sie statt Ufos und Tiger das Pepsi-Logo und erkannten den Marketing-Gag.

Pepsi Max - Augmented Reality für Marketingzwecke

Quelle: YouTube – Pepsi Max

Um die Installierung der Technologie nicht nur als eine Stand-Alone Lösung darzustellen, wurde eine Kommunikationsstrategie ausgetüftelt, mit dem Ziel so viele Menschen wie möglich zu erreichen und so einen ROI für dieses Projekt zu erzielen. Und darum geht es am Ende des Tages. Ein YouTube Video ging mit über zehn Millionen Zugriffen viral und wurde in den Kommunikationsprozess mit der Zielgruppe integriert. [7]

In der Industrie hat die AR-Technologie einen ganz anderen Nutzen. Hier spielt das Marketing und die Kommunikation eine geringere Rolle. Mit AR können die jeweiligen Experten Maschinen reparieren, zusammenbauen, entwickeln, ohne eine Hardware dafür zu nutzen. [8]

AR kann zudem beispielsweise auch für Schulungszwecke verwendet werden, um die Mitarbeiter schneller zu integrieren. Vertriebsmitarbeiter können dem Kunden Produkte präsentieren, ohne sie mitnehmen zu müssen.

Auch für Museen kann Augmented Reality von Interesse sein, um Informationen für ein bestimmtes Ausstellungsstück als erweiterte Realität anzuzeigen.

IKEA

Möbelhäuser, wie zum Beispiel IKEA,  können Augmented Reality nützen, um den Kunden ein besonderes Erlebnis zu bieten. Der schwedische Möbelhauskonzern hat eine AR-App namens “IKEA Place” auf den Markt gebracht, mit der die Kunden ihre Kaufentscheidung besser treffen können. [9]

IKEA - Augmented Reality für Marketingzwecke

Quelle: YouTube – IKEA

SATURN

Saturn hat Experimente durchgeführt, um ihren Kunden einen Einblick in diese Welt zu geben und zu testen, wie sie auf die AR-Technologie reagieren.

Seit 2017 können Saturn-Kunden mit Hilfe einer VR-Brille zahlreiche Produkte in der virtuellen Umgebung erleben und eine virtuelle Fachberatung durch Saturn-Experten erhalten. Zusätzlich gibt es eine App zum Download, um die VR-Brille (wenn vorhanden) auch zuhause nutzen zu können.

Martin Wild, Chief Digital Officer der Media Markt Saturn Retail Group und CEO der Media Markt Saturn N3XT GmbH, meint, dass AR ein wichtiger Teil der Strategie sei, um Kunden zukünftig verstärkt im eigenen Zuhause zu beraten.

Laut einer Studie von Saturn, die auf einer Befragung von ca. 1.300 Kunden, die an der HoloTour in 20 Saturn-Märkten von Mai bis Juli 2017 teilgenommen haben, basiert, sagten 70 Prozent, dass sie Augmented Reality und Virtual Reality Technologien beim Einkauf nutzen würden und sehen darin eine hohe Relevanz im Handel. [10]

Saturn - Augmented Reality für Marketingzwecke

Quelle: YouTube – Saturn HoloTour von Martin Höflmaier

 

Chancen für die Gaming Industrie

Virtual Reality gibt der Spieleindustrie seit ein paar Jahren neuen Aufwind. Das Interesse der Spieler ist groß. Eine Untersuchung des Meinungsforschungsunternehmens GfK im Auftrag des BIU zeigte, dass 35 Prozent der Internetnutzer in Deutschland künftig Virtual-Reality-Brillen zum Spielen nutzen wollen, vor allem Jugendliche. 

„Virtual Reality markiert einen Meilenstein für die Computerspiel-Branche – die Immersion des Spielers wird völlig neue Spielkonzepte ermöglichen“, sagt Ubisofts Europa-Chef Alain Corre im Interview mit der „Welt. [11]

Quelle: YouTube – Virtual Reality im Gaming Bereich – MEDIENNETZWERK BAYERN

Chancen für Social Media

Unternehmen sind auf den Social Media Kanälen präsent, um Produkte und Dienstleistungen zu bewerben und so ihre Umsätze zu steigern. Da immer mehr Marken soziale Medien in der traditionellen Form nutzen, versuchen die großen Marken Augmented Reality einzusetzen, um sich von den anderen abzuheben und kompetitiv zu bleiben.

Brands wie Estée Lauder oder Lacoste sind zwei Beispiele dafür. Estée Lauder hatte eine Umsatzsteigerung im letzten Quartal (Stand: 15. Dezember 2017) von 10% auf 3,27 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr.

Die Kosmetikmarke hat in Zusammenarbeit mit Augmented Reality (AR) Entwickler Perfect Corp. ein mobiles Trainingsprogramm für Live-Makeup-Demonstrationen entwickelt, welches dem globalen Bildungsteam von Estée Lauder ermöglicht, durch einen privaten, interaktiven Stream zu interagieren, die Produkte virtuell zu testen, Präsentationen zu folgen sowie Fragen und Feedback in Echtzeit einzuwerfen.

Kurz: die “Beauty Adviser” wurden darin geschult, potenzielle Kunden zu gewinnen und Produkte über die mobile Plattform zu verkaufen. [12] 

Die Lacoste AR App hat es deren Nutzern ermöglicht die Outfits anzuprobieren und dann auf Twitter und Facebook zu teilen. Über 30.000 Nutzer haben mit den Produkten über die LCST Lacoste AR App interagiert. [13] 

 

Quelle: Vimeo – LCST Lacoste AR Retail Campaign

Fazit

Augmented Reality und Virtual Reality eröffnen uns neue Wege – besonders in den Bereichen Marketing und Sales. Bereits jetzt setzen große Marken auf diese Technologien um sich von anderen abzuheben. Die Resonanz der Kunden ist sehr positiv und der aktuelle Boom scheint nicht nur kurzfristig zu sein. VR und insbesondere AR wird die Zukunft der Gesellschaft und die der Industrie und Unternehmen prägen.

 

Denn der Kunde 4.0 erwartet sich ein besonderes Erlebnis, jederzeit und überall, er möchte Teil des Ganzen sein und als Individuum wahrgenommen werden. AR und VR eignen sich hervorragend dafür, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Es sind zwei spannende Technologien, die das Kennenlernen einer Brand, das „Schmökern“ und Testen, den Einkauf und die Kundenbetreuung zu einem unvergesslichen Erlebnis machen können. Die digitale Gesellschaft und Unternehmen können zukünftig vom Einsatz der Technologien profitieren.

 

Es ist wichtig, dass sich Unternehmen bereits jetzt mit diesen zwei Technologien auseinandersetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für größere Marken wird das wahrscheinlich einfacher als für Kleine – keine Frage.

Auf in die Zukunft!

 

Quellenverzeichnis

[1] Vgl. VREI: https://vrei.at/en/vr-cafe [24.6.2018]

[2]Vgl. ALIVE (2017): Augmented Reality: Kunden erreichen, Workflows optimieren https://www.alive-film.com/augmented-reality-fuer-unternehmen/ [24.6.2018]

[3] Vgl. Brandoffice (2017): http://brandoffice.com/studie-virtual-augmented-reality/ [24.6.2018]

[4] Vgl. ADWEEK (2017): How Augmented Reality Is Creating a New Target Market on Social Media https://www.adweek.com/digital/james-jorner-effective-inbound-marketing-guest-post-augmented-reality/ [16.5.2018]

[5] Vgl. Retail Focus (2017): Opinion: Augmented reality – what’s the ROI? http://www.retail-focus.co.uk/tech/2761-opinion-augmented-reality-what-s-the-roi [16.5.2018]

[6] Vgl. ALIVE (2017): 6 Gründe für Augmented-Reality-Marketing, https://www.alive-film.com/6-gruende-augmented-reality-marketing/ [16.5.2018]

[7] Vgl. Computerwoche (2018): Wann Augmented Reality wirklich Sinn macht https://www.computerwoche.de/a/wann-augmented-reality-wirklich-sinn-macht,3577297 [16.5.2018]

[8] Vgl. Computerwoche (2017): Was Sie über Augmented Reality wissen sollten https://www.computerwoche.de/a/was-sie-ueber-augmented-reality-wissen-sollten,3330951 [24.6.2018]

[9] Vgl. Digital Trends (2018): See how that couch would look in your living room in AR with Ikea Place https://www.digitaltrends.com/home/ikea-place-ar/ [24.6.2018]

[10] Vgl. MediaMarktSaturn Retail Group (2017): http://www.mediamarktsaturn.com/press/press-releases/%C3%BCber-70-prozent-der-saturn-kunden-sehen-gro%C3%9Fen-mehrwert-von-augmented-reality [16.5.2018]

[11] Vgl. Welt (2015): Warum Virtual Reality die Spielewelt euphorisiert Welt – VR im Gaming Bereich [6.8.2018]

[12] Vgl. Mobile Marketer (2017): Estée Lauder offers AR makeup training for beauty advisers https://www.mobilemarketer.com/news/estee-lauder-offers-ar-makeup-training-for-beauty-advisers/513144/ [24.6.2018]

[13] Vgl. Engine Creative: Lacoste Augmented Reality Retail Campaign https://www.enginecreative.co.uk/portfolio/lacoste-lcst-augmented-reality-retail-campaign/ [16.5.2018]

Ich heiße Karin Schmid und studiere Online Media Marketing und Human-Centered Computing (ab 1.9.2018). Ich habe 6 Jahre Berufserfahrung in dem Bereich SEM mit starkem Fokus auf SEO. Neben Online Marketing interessieren mich Themen der digitalen Transformation, insbesondere KI, VR/AR und die damit verbundene User Experience. In diesem Blog beschäftige ich mich also mit den Bereichen und versuche Parallelen zu finden.

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