Interview: Companion Roboter auf dem Vormarsch

Begleitroboter Pepper

Begleitroboter sollen Menschen in Zukunft zur Seite stehen und ihnen Arbeiten abnehmen. In kleinerem Rahmen geschieht das bereits jetzt. In folgenden Gespräch mit Humanazing Technologies (HT) haben wird das Thema auch rund um die aktuelle Covid-19 Krise diskutiert.


EverydAi (ED): Wer sind Humanizing Technologies und was ist Ihre Philosophie?

HT: „Menschlichkeit in die Robotik” und “Menschen in die Technologien” zu bringen, steht bei Humanizing Technologies zentral im Fokus. Das Produkt ‘Pepper’ von SoftBank Robotics entfaltet neues Potential in digitalen Strategien. Humanizing Technologies gestaltet europäischen Markt gegenwärtiger und zukünftiger Technologien aktiv mit. 
Passend zu jeder Kundenumgebung entwickelt und verkauft Humanizing Technologies Software für verschiedenste Roboter und bietet Beratungsleistungen zur Marktentwicklung von und mit Robotern an. 

Humanizing Technologies wurde 2016 gegründet und ist einer der größten Partner SoftBank Robotics in der gesamten DACH-Region. Verteilt über 3 Standorte in Deutschland und Österreich bietet das Unternehmen sowohl gebrauchsfertige als auch maßgeschneiderte Lösungen an und ist seit 2016 Mitglied des SoftBank Robotics Partnerprogramms.

ED: Einer der Roboter, die Sie anbieten, ist Pepper. Dieser wurde als Companion Robot entwickelt. Das heißt Pepper kann auf die Emotionen seiner Gesprächspartner reagieren. Was unterscheidet Pepper von anderen Companion Robots wie bspw. Buddy oder Lovot bzw. was macht Pepper so sympathisch und besonders?

HT: Buddy ist ein Roboter der vorwiegend im familiär-häuslichen Umfeld eingesetzt wird und Lovot ist ein Begleitroboter. Pepper hingegen ist der erste humanoide Assistenzroboter, der weltweit tausendfach erfolgreich in geschäftlichen Kontexten eingesetzt wird und einen echten Mehrwert bietet. Dazu gehören Einsatzfelder wie beispielsweise in Retail, Finance, Healthcare, Elderlycare, Tourism, … und noch viel mehr. Pepper lässt sich mit entsprechender Software flexibel an alle möglichen Use Cases anpassen. Eingesetzt als Assistenz, kann Pepper Mitarbeiter*innen Entlastung schaffen, indem der Roboter beispielsweise repetitive Aufgaben übernimmt, wie das Beantworten sich wiederholender Fragen (z. B. „Wo finde ich…“, „Wie teuer ist…“, o. Ä.).
Hinzu kommt, dass Pepper eine bewusst gewählte Größe von ca. 1,20 m hat. Dank dieser Größe wird Pepper von den Menschen nicht als Spielzeug, sondern als „ebenbürtiger“, kompetenter und hilfreicher Assistenzroboter angesehen, mit denen die Menschen gerne interagieren. 

ED: Bis jetzt ist Pepper (zumindest in Österreich) noch eher unbekannt und vor allem eine Attraktion auf Messen und größeren Events. Welche Reaktionen / Emotionen ruft Pepper in Menschen hervor? Wie reagieren Menschen unterschiedlicher Generationen auf Pepper? Gibt es skeptische Stimmen und Berührungsängste?

HT: Pepper fasziniert sowohl jung und alt und spricht alle Generationen und Altersgruppen an. Interessanterweise interagieren aber besonders gerne Menschen über 60 Jahre mit Pepper.
Was sich auf Peppers kindliches Aussehen zurückführen lässt. Aufgrund des Kindchenschemas des Roboters, gehen gerade die älteren Generationen gerne mit Pepper in Interaktion und erfreuen sich besonders an dem sozialen Roboter. 

Besonders die menschenähnlichen Gesten und die emotionale Expressivität des Roboters rufen starke Reaktionen bei den Menschen hervor. Dabei wirkt Pepper zu keiner Zeit bedrohlich, sodass sowohl kleine Kinder als auch ältere Menschen gerne auf den Roboter zugehen und keinerlei Berührungsängste haben.

Aber auch Skeptiker gibt es, was auch gut und völlig normal ist. Ein humanoider Roboter ist kein Alltag für uns, sodass man sich erstmal damit auseinander setzen muss. Ob ein Roboter akzeptiert wird oder nicht hängt stark vom Aussehen und Erscheinungsbild ab – Stichwort uncanny valley. Pepper ist der international akzeptierteste humanoide Roboter. Er ist zwar menschenähnlich, aber in einem gut gewählten Maß auch abstrakt genug. 

 

Companion Roboter Pepper

ED: Durch die Covid-19 Krise müssen wir gefährdete Personengruppen, u. a. ältere Personen, in unserer Gesellschaft besonders schützen. Welche Chancen tun sich hier für die Zukunft von sozialen Robotern wie Pepper auf? Welchen Platz werden Sie zukünftig in der Gesellschaft einnehmen und welche Rolle werden Sie im Alltag von Menschen spielen, welche Rolle im Sozial- und Pflegebereich?

HT: Wir haben zu Beginn der Krisenzeit ein spezielles Corona-Projekt für Pepper entwickelt. Pepper wurde von uns mit fundiertem „Wissen“ und Infos ausgestattet, die sie den Menschen erläutert. Zudem weist sie unermüdlich auf Hygienemaßnahmen hin und nimmt so den Mitarbeiter*innen in Supermärkten, Einkaufsgeschäften, Krankenhäusern, Arztpraxen o.Ä. eine „nervige“ Aufgabe ab. Weiterhin warnt Pepper davor, dass sie nicht angefasst werden sollte, eben auch aus hygienischen Gründen. Die Kund*innen nehmen dies sehr positiv auf und auch die Mitarbeiter*innen sind dankbar für Peppers Hilfe.

ED: Pepper als Servicedienstleister in Shops, auf Veranstaltungen oder Kellner im Restaurant: Hat Pepper das Potenzial den Arbeitsmarkt zu verändern? Werden Pepper und Co. in Zukunft den Fachkräftemangel im Service- und Pflegebereich ausgleichen (können)? Wie weit sind wir von einem solchen Zukunftsszenario entfernt?

HT: Roboter wie Pepper sind nicht darauf ausgelegt solch komplexe Aufgaben zu übernehmen, wie Pflegekräfte sie haben. Das ist technisch einfach (noch) nicht möglich und da sind wir auch noch weit entfernt. Roboter sollen und können keine Mitarbeiter*innen ersetzen. Vielmehr können Mitarbeiter*innen dank Pepper von repetitiven Aufgaben, wie der Beantwortung sich wiederholender Kundenfragen und der grundlegenden Produktbewerbung, „befreit“ werden. Durch die Übernahme solcher Aufgaben schafft Pepper Entlastung und ermöglicht es den Mitarbeiter*innen sich intensiver um die Betreuung von Kund*innen zu kümmern.
Es wäre also möglich mit Robotern die Zeit der vorhandenen Service- und Pflegekräfte effizienter gestalten zu können. Doch kein Roboter der Welt kann solch komplexe Probleme wie den Fachkräftemangel lösen. In der Hinsicht sollte eher ein anderes Umdenken stattfinden, damit solch gravierende Probleme gelöst werden, auch ohne Roboter. Sie sind nur eine Unterstützung, aber immerhin.

ED: Werden humanoide Roboter bald zu unserem täglichen Straßenbild gehören? 

HT: Straßenbild würde ich es nicht nennen, eher gesellschaftlicher Alltag. Humanoide Roboter werden für unsere Gesellschaft immer wichtiger. Gerade in Krisenzeiten wie Corona, merken die Menschen welche Abhilfe Roboter in unserem Alltag schaffen können, wenn wir selbst nicht vor Ort sein können oder anderweitig eingeschränkt sind. Wir glauben fest daran, dass es Zeit ist Menschen und Roboter zu pluralisieren. Der Einsatz von menschengesteuerten Robotern integriert sich immer mehr in unseren Alltag und wird Schritt für Schritt normaler.

Also ja, soziale und gesellschaftsrelevante Roboter werden in den nächsten Jahren immer mehr Einzug in unser Leben erhalten. Personal-Assistance Bots wie Alexa, Siri und Co. sind ja mittlerweile auch nicht mehr wegzudenken.

Vielen Dank an Humanizing Technologies für das Gespräch.

Über Humanizing Technologies

Humanizing Technologies wurde 2016 gegründet und ist einer der größten Partner SoftBank Robotics in der gesamten DACH-Region. Verteilt über 3 Standorte in Deutschland und Österreich bietet das Unternehmen sowohl gebrauchsfertige als auch maßgeschneiderte Lösungen an und ist seit 2016 Mitglied des SoftBank Robotics Partnerprogramms.“ 
Sie bieten sowohl ready-to-use als auch maßgefertigte Softwarelösungen an. 

Quellen

Fotos und Bilder: pixabay.com

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