Aktuelle Trends – die Zukunft von Usability

Das Web ist ständig in Bewegung, deshalb ist es gerade hier enorm wichtig ein Bewusstsein für Trends zu haben. Digitale Produkte wie Websites und Apps unterliegen einer Art Evolution. Gutes setzt sich durch, wird von anderen übernommen, angepasst und verbessert. Am Ende wird es immer schwerer hervorzustechen. War das meiste nicht schon einmal da? In den meisten Fällen geht es aber nicht unbedingt darum anders zu sein, nur besser. Die Nutzeransprüche wachsen, sie erwarten hervorragende Usability, einwandfreie Programmierung und umfangreiche Funktionalität. Darüber hinaus kommt dem Spaß-Faktor immer mehr Bedeutung zu.

 

Smarte Geräte, Sprachsteuerung und Künstliche Intelligenz

Die User gehen immer natürlicher mit digitalen Anwendungen um. Künstliche Intelligenz ist ein relativ junger Trend, kann aber gleichsam überall angewendet werden und das Leben der User verbessern. Das muss nicht einmal ein fortgeschrittener Chatbot sein, der sich mit dem Nutzer unterhält. Künstliche Intelligenz ist auch, wenn der Onlineshop perfekt funktioniert und man die Schritte des Kunden vorhersagen kann. Idealerweise hält das auch noch die Ladezeiten sehr gering, weil die AI hinter der Programmierung schon einmal die wahrscheinlichsten Zielseiten vorbereitet. Der User merkt davon vielleicht nichts – aber indirekt profitieren so alle von dem neuesten Trend in Sachen Usability.

Minimalismus ist out

Die lange Zeit dominierenden Webseiten mit ihrem minimalistischen Design gehören der Vergangenheit an. Die neue Marschrichtung heißt: lauter, mutiger, individueller!“
Buntere und kontrastreicherer Farbwelten und Typographie-Kombinationen wirken der sich weiter verringernden Aufmerksamkeitsspanne der User entgegen. Erreicht wird das unter anderem auch durch die Verwendung von individuellen und authentischen Grafiken und Icons anstelle von Stock-Fotos.

Emotionsdesign – die Beziehung zwischen Kunde und Produkt

Problemfreie Benützung allein führt nicht per se zu begeisterten Kunden! Das neue Paradigma der Produktentwicklung heißt Emotionsdesign.

Spätestens seit dem iPhone wissen wir, dass Nutzer unter anderem auch emotionale Bedürfnisse an das Produkt haben. Es sollte über den normalen Nutzen hinaus auch noch positive Emotionen beim Nutzer auslösen. Diese emotionale Beziehung hat zur Folge, dass Nutzungsfrequenz und Nutzungsdauer deutliche ansteigen und die Nutzer bereit sind das Produkt IRL oder in ihren persönlichen Netzwerken weiterzuempfehlen.
Produkte mit Emotionsdesign sind empathisch und erkennen die Bedürfnisse des Benutzers. Im Fraunhofer IAO wurde der methodische Ansatz Building Ideas entwickelt um diese emotionale Beziehung professionell designen zu können. Während der gesamten Produktentwicklung lässt sich damit herausfinden welche Bedürfnisse der Nutzer hat, welche Servicemerkmale er bevorzugt und welche Produktmerkmale den Kunden am besten emotional ansprechen.

Alles Mobile

Bisher sprach man von Mobile First, in Zukunft wird es heißen Mobile Only! Durch die immer häufigere Nutzung von Websites auf Mobilgeräten bekommt die Responsivität oberste Priorität.

 

UX – User Experience

User Experience Design ist mittlerweile fester Bestandteil digitaler Unternehmensstrategien. Die steigenden Nutzererwartungen sowie die neuen Technologien machen es zu einer großen Herausforderung digitale Produkte zu schaffen die einen echten Mehrwert bieten.

Dies macht es unumgänglich die Customer Journey genauer unter die Lupe zu nehmen und die Kunden möglichst individuell auf Ihrem Web im Shop zu begleiten. Dies gelingt mithilfe einer großen Menge an statistischen Daten, welche die Nutzer in möglichst kleine Nutzergruppen aufteilt.

AR und VR

Man hat es sich von den Computerspielen abgeschaut wie es geht. Gamification ist eine spielerische Methode um Nutzer zu einer aktiven Teilnahme zu motivieren und ihr Verhalten zu beeinflussen. Typische Spielelemente werden in typischerweise spielfremden Kontext eingefügt, dies hat eine höhere Benutzermotivation, mehr Lernerfolg und bessere Kundenbindung zur Folge. Dabei sind drei Säulen essentiell: Erfolg, Wettbewerb und Spaß. Vor allem bei Themen zu denen sich der User üblicherweise erst einmal überwinden muss ist der Einsatz sinnvoll, zum Beispiel bei der Wissensvermittlung.

Mikrointeraktionen

Dabei handelt es sich um kurze Interaktionen, die schnell erledigt, jedoch wesentlich für die Nutzererfahrung sind. Sie definieren die eigentliche Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

In der Vergangenheit setzte man oft auf Skeuomorphismen, also möglichst detailgetreue Nachbildungen aus dem realen Leben, diese sind aber stark geschmacks- und kulturabhängig und werden schnell langweilig. In den letzten Jahren setzten sich am ehesten Oberflächenelemente mit minimalistische Gestaltung und integrierten Interaktionen durch. Besonders Googles Material Design ist hier ein Wegweiser.

Im Grunde interagiert ein Nutzer mit einem Produkt immer über Mikrointeraktionen und genau durch sie unterscheiden sich die Produkte voneinander. Alte Designprinzipien werden durch die Möglichkeiten moderner Technologien ersetzt. Bei Mikrointeraktionen kommt es stets darauf an, dem Nutzer nicht nur einen klaren Trigger, also einen etwa als solchen erkennbaren Button, Schieberegler oder ähnliches, zu bieten. Vielmehr muss auch sichergestellt werden, dass der Nutzer ein klares Feedback erhält. Dieses muss zuverlässig über Erfolg, Misserfolg oder die Dauer der Aktion informieren. Bewährt haben sich hier kleine animiere Elemente. Hier ist allerdings auch Vorsicht geboten, denn was bei der ersten Verwendung als interessante Überraschung wirkt, kann bei der zehnten Anwendung bereits langweilig oder störend empfunden werden. Die Animation darf nicht zu einer Verzögerung führen und muss vor allem kurz sein! Google beispielsweise empfiehlt eine Dauer von 400 Millisekunden.

Doch nicht alles ist einer Änderung unterworfen. Ein Kriterium wird auch weiterhin seine Gültigkeit behalten, das da lautet: „Don’t Make Me Think“.

 

Autorin: Marita Weiher

 

Quellen:

http://www.pubiz.de/home/itherstellung/itherstellung_artikel/datum/2017/07/31/trends-und-herausforderungen-bei-app-design-und-mobile-usability.htm

https://t3n.de/news/erfolg-mit-microinteractions-774503/

http://www.simply-usable.de/2017/02/die-wichtigsten-usability-webdesign-trends

https://blog.iao.fraunhofer.de/tag/usability/

http://www.handelskraft.de/2017/11/ux-trends-2018-touchpoints-und-nuzerverfuehrung‘

https://www.contentmanager.de/usability/nutzeroberflaechen-der-zukunft/

https://blog.iao.fraunhofer.de/emotionsdesign-oder-die-neue-beziehung-zwischen-kunden-und-digitalen-produkten

Share this...
Email this to someoneShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Ein Gedanke zu „Aktuelle Trends – die Zukunft von Usability

Schreibe einen Kommentar zu Marita Weiher Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.