Voice Shopping

 In Im Alltag

 

„Alexa, bestelle mir eine neue Zahnbürste!“ Was sich heute noch ein wenig befremdlich anhört, wird in in Zukunft immer mehr der Normalität angehören. Ein Ausblick in die Welt des sprachbasierten Kaufs.

Noch gibt es keine seriöse Studien, die die Zahl der Voice Shopping Nutzung darlegen. Zwar sprach Amazon Ende Dezember 2018 in einer Pressemitteilung (Amazon 2018) von einer verdreifachten Alexa Nutzung zum Einkaufen, genaue Zahlen nannten sie aber auch nicht.

Doch Voice Shopping wird definitiv in der Zukunft an Relevanz dazu gewinnen. Bereits Anfang 2018 schätzten die Analysten von der OC & C Strategy Consultants, dass im Jahr 2022 der Umsatz im Bereich Voice Shopping 40 Milliarden US-Dollar betragen wird (PR Newswire 2018). Und das alleine in den USA und Großbritannien! Gründe für diese Prognose gibt es mehrere.

Die Verwendung von smarten Sprachassistenten steigt

Der Verkauf von Smart-Speaker soll deutlich steigen. (Grafik: Canalys)

Immer mehr Menschen werden digitale Sprachassistenten nutzen und der Verkauf von smarten Lautsprechern wird ebenfalls steigen. Laut den unabhängigen Analysten von Canalys  soll die Zahl der verkauften Smart-Speaker im Jahr 2022 auf über 300 Millionen steigen (Canalys 2018). Für 2018 prognostizieren die Analysten 100 Millionen verkaufte smarte Lautsprecher.

Die Technologie wird immer besser

Apples Siri existiert seit dem Jahre 2010. Amazons Alexa wurde 2014 eingeführt und Googles Assistant folgte erst 2016. Die Technologie steckt also noch in den Kinderschuhen. Je ausgereifter diese wird, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich und umso besser wird die User Experience. Auch das Bezahlen von Bestellungen wird einfacher. In Deutschland bietet beispielsweise mit der Comdirect bereits die erste Bank auch Überweisungen per Google Assistant an. Und Paypal bietet bereits für Alexa und Siri eine Pay by Voice Methode an.

Immer mehr Unternehmen springen auf den Hype Voice auf

Nicht nur in Amerika (Walmart und Target mit Google Home) und Großbritannien (Argos, ebenfalls mit Google Home) gibt es immer mehr Händler die Voice Shopping anbieten. Beispiele gibt es auch immer mehr aus dem DACH Raum:

  • bereits innerhalb weniger Sekunden kann dank Alexa bei Domino´s Pizza eine Bestellung aufgegeben werden. Die Erweiterung kann sogar schon in Deutschland genutzt werden.
  • hat der Nutzer bereits Adress- und Kontodaten bei Google hinterlegt, können auch schon über Googles Assistant Media-Markt Angebote angehört und Bestellungen ausgeführt werden. Die dafür nötige Schnittstelle („Transactions on Google“) bietet das Unternehmen aus Mountain View gratis an und macht so weiteren Händlern den Einstieg einfach. Weitere erste Partner gibt es schon: Flixbus, Otto und Foodora um nur drei zu nennen.

Was bedeutet das für Händler? Wer seine Produkte beispielsweise bei Amazon oder Google Shopping vertreibt, muss seine Produktbeschreibungen für die Sprachsuche optimieren und sich für neue Schnittstellen öffnen.

Was gekauft wird und was nicht

Auch wenn die Nutzung von Voice Shopping steigen wird, nicht alle Produkte werden wohl über Sprache gut verkauft werden können.

Haushaltsgegenstände oder alltägliche Besorgungen werden einfacher über Sprache verkauft werden können. Alexa und Co. kennt durch den Bestellverlauf bereits die Lieblingsmarke des Kaffees oder die korrekte notwendige Tintenpatrone. Der Kunde kennt bereits das Produkt und muss nicht lange über den Kauf nachdenken.

Schwer wird es dagegen werden, hochpreisige oder dem Kunden unbekannte Produkte mittels Voice Shopping zu verkaufen. Diese möchten angesehen und genauer mithilfe von Bewertungen verglichen werden.

Bedenken, Hindernisse und Gefahren

Um Voice Shopping weiter etablieren zu können werden die Anbieter noch einige Bedenken und Gefahren aus dem Weg räumen müssen.

Ungewollte Bestellungen vermeiden

Egal ob „Scherz“ Bestellung eines Bekannten oder die teure Bestellung des Philius: eine ungewollte Bestellung kann ärgerlich sein. Lösungen dagegen gibt es schon. Für Voice Shopping kann eine Passwortabfrage eingerichtet werden. Und innerhalb eines kurzen Zeitraumes kann eine Bestellung kontrolliert und gegebenenfalls auch abgebrochen werden.

Datenschutz

„Tina, was kosten die Kondome?“ Peinliche Situationen wie im bekannten Supermarkt Werbespot können bei einer Online-Bestellung zwar nicht passieren, dafür ist der Datenschutz umso wichtiger. Wer bekommt welche Daten und wie werden sie geschützt? Hier haben die Anbieter von Voice Shopping besonders in Zeiten von DSGVO noch viel Aufklärungsbedarf. Da das Thema Datenschutz sehr wichtig ist, hat sich Kathrin Thomas das Thema genauer angesehen und einen Beitrag dazu geschrieben.

Sicherheit

Wird ein angebundenes Smart Home Gerät oder der smarte Speaker gehackt, droht ein Gau. Je mehr die Absatzzahlen steigen, desto mehr werden diese Geräte auch für Kriminelle immer interessanter. Die Unternehmen sind hier in der Pflicht, für einen ausreichenden Schutz vor Dritten zu sorgen. Das Thema Sicherheit ist ein sehr wichtiges Thema, das in einem eigenen Beitrag demnächst genauer betrachtet wird.

Impulskäufe nehmen zu

Die Hürde ein Produkt zu bestellen sinkt, wenn der ganze Bestellvorgang in wenigen Sekunden erledigt ist. Amazon bietet zusätzlich noch Alexa Only Deals an. Deswegen werden Impulskäufe mit Voice Shopping zunehmen. Stellt der Kunde dann bei Ankunft des Produktes fest, dass er dies eigentlich gar nicht benötigt, wird er es wohl zurückschicken. Die Anzahl an Retouren könnte dadurch also steigen. Ein Problem für Händler.

Fazit

Voice Shopping ist ein brandheißes Thema, dass in den nächsten Jahren sehr an Geschwindigkeit aufnehmen wird. Wer sich jetzt schon mit Voice Shopping auseinandersetzt und Konzepte dazu erarbeitet, wird sich über mehr Umsätze freuen dürfen.

Quellenverzeichnis

Amazon (2018): „Amazon Customers Made This Holiday Season Record-Breaking with More Items Ordered Worldwide Than Ever Before“
URL: https://press.aboutamazon.com/news-releases/news-release-details/amazon-customers-made-holiday-season-record-breaking-more-items [Stand: 28.12.2018]

PR Newswire (2018):  „Voice Shopping Set to Jump to $40 Billion By 2022, Rising From $2 Billion Today“
URL: https://www.prnewswire.com/news-releases/voice-shopping-set-to-jump-to-40-billion-by-2022-rising-from-2-billion-today-300605596.html [Stand: 07.12.2018]

Canalys (2018): „Smart speaker installed base to hit 100 million by end of 2018“
URL: https://www.canalys.com/newsroom/smart-speaker-installed-base-to-hit-100-million-by-end-of-2018 [Stand: 07.12.2018]

Lewanczik N. (2018): „Voice Shopping: Nutzer kaufen kaum über Alexa – noch nicht“
URL: https://onlinemarketing.de/news/voice-shopping-nutzer-kaufen-kaum-ueber-alexa [Stand: 07.12.2018]

Kolbrück O. (2018): „Hier gibt Voice Commerce schon den Ton an“
URL: https://etailment.de/news/stories/beispiele-voice-commerce-handel-marken-21488 [Stand: 06.12.2018]

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