Quo Vadis Paid Voice Search?

 In Im Marketing

 

Dadurch dass einem User in einer Sprachsuche im Grunde nur das beste Ergebnis ausgespielt wird, wird der Kampf um die organischen Top Platzierungen in Voice noch härter. Klar, dass Unternehmen deshalb an bezahlte Anzeigen in der Voice Search Interesse haben. Interesse daran haben die Hersteller der Sprachassistenten aber natürlich auch. Die Google-Mutter Alphabet verdient mit Google (speziell mit Google Ads) klar am meisten Geld (vgl. Alphabet 2018). Klar deshalb auch, dass der Suchmaschinenriese sehr daran interessiert ist, auch in der Voice Search kräftig zu verdienen.

Doch wie ist der aktuelle Stand zu Paid Voice Search?

Aktueller Stand

Die Antwort ist: aktuell gibt es noch keine Möglichkeit, Werbung für Voice Search auszuspielen.

Das heißt allerdings nicht, dass nichts in diesem Thema passiert.

Google experimentiert beispielsweise bereits mit Werbung schon länger und hat dabei aber auch schon Kritik dafür einstecken müssen. 2017 spielten Google Home Geräte laut Reddit und Twitter User eine Werbung für „Die schöne und das Biest“ aus, welche überhaupt nicht gut ankam (vgl. Roberts 2017).

 

Anfang des Jahres  2018 gab es Gerüchte, dass auch Amazon die Auslieferung von Werbung an Alexa Geräten getestet habe. Dies wurde allerdings von Amazon dementiert. Laut der Alexa-Werbebestimmungen sind Alexa-Sprachanzeigen auch fast vollständig von der Plattform ausgeschlossen (vgl. Koksal 2018).

Warum ist Google, Amazon und co. so vorsichtig? Mit Werbung in der Voice Search muss behutsam umgegangen werden, da dies ein sehr persönlicher Kanal ist und dank der Sprache auch menschlich wirkt (vgl. Roberts 2018). Aufdringliche und deplatzierte Werbung kann das Vertrauen, die Entwicklung und Akzeptanz von Voice deshalb nachhaltig beschädigen (vgl. Roberts 2018). Und nebenbei muss auch gänzlich umgedacht werden. Während in der Textsuche nur wenige Wörter verwendet werden, ändert sich die Spracheingabe in Richtung ganzen, natürlich gesprochenen Sätzen (vgl. Muller 2018). Diese zusätzlichen Wörter liefern einen detaillierteren Kontext zur Absicht der Frage (vgl. Muller 2018).

Ausblick

Auch wenn es dauern wird, Paid Voice Search wird in Zukunft wohl kommen. Doch wie die ausgespielte Werbung aussehen wird, ist noch gänzlich offen.

Die Digital Marketing Firma Innovell sieht 5 Möglichkeiten (vgl. Hjorth 2019), Voice Search zu monetarisieren:

  1. Pre-roll
  2. Screen-synch’ed
  3. Paid answer
  4. Post-roll
  5. Data-driven

Google und auch die anderen Suchmaschinen ist allerdings die Userzufriedenheit bzw. User Experience wichtig, deshalb wird wohl Paid Answer keine Option sein. Die Glaubwürdigkeit der Voice Antwort muss gesichert sein. Diese Einschätzung teilt auch Innovell (vgl. Hjorth 2019).

Pre-Roll Werbung wird bereits im Digital Bereich, aber auch in TV und Radio bereits eingesetzt. Die eleganteste Werbung ist dies aber sicher nicht. Das wäre dafür Werbung, die auf einen synchronisierten Bildschirm zurückgreift. Dies wird allerdings nicht so effektiv sein (vgl. Hjorth 2019). Während der Amazon Echo Show bereits über einen Bildschirm verfügt, bietet beispielsweise der Google Assistant eine Integration mit Smart Displays an.

Denkbar wäre es auch, dass in naher Zukunft einfach ein virtueller Bildschirm hinzu kommt. Beispielsweise mit einer Microsoft HoloLens.

Rebecca Sentance von econsultancy kann sich auch vorstellen, dass Werbung nur bei Einwilligung angezeigt wird (vgl. Sentance 2018). Das könnte zum Beispiel so aussehen:

Eine Person sagt zu ihrem Sprachassistenten: „Was ist SEO?“

„Laut Wikipedia“, antwortet dann der Assistent, „Suchmaschinenoptimierung, oder englisch search engine optimization, bezeichnet Maßnahmen, die dazu dienen, dass Webseiten und deren Inhalte im organischen Suchmaschinenranking auf vorderen Plätzen erscheinen. Ich habe auch ein relevantes gesponsertes Ergebnis für Sie. Möchten Sie es hören? “

Wenn die Person mit „Ja“ antwortet – wenn sie damit einverstanden ist, die Anzeige zu hören, liest der Assistent das gesponserte Ergebnis vor und sendet dies durch Senden eines Links zu dem gesponserten Produkt oder Dienst auf das Smartphone oder einem anderen Gerät. Abgerechnet werden könnte diese Variante mit einem „Cost-Per-Consent“ -Modell, bei dem die Werbemarke oder der Publisher für jeden Suchenden, der dem Sponsoring zustimmt, in Rechnung gestellt wird (vgl. Sentance 2018).

Es ist durchaus auch vorstellbar, dass sich die verschiedenen Voice Assistenten auf unterschiedliche Strategien ausrichten werden. Alexa könnte beispielsweise auf Werbung in der Ausgabe einer Suchfrage verzichten, und dafür bei Produktfragen die eigene Amazon Plattform priorisieren. (vgl. Kovach 2017).

 

Fazit: Es ist derzeit noch komplett ungewiss, wie bezahlte Werbung in der Voice Search aussehen wird. Wer sich aber jetzt schon mit möglichen Varianten auseinandersetzt, kann dann womöglich profitieren.

Wer zukünftig kein Budget für Paid Voice Search ausgeben möchte, sollte sich mit der organischen Voice Search Optimierung auseinander setzen. Infos dazu gibt es in unserem Beitrag zu Voice Search Optimization und bei unseren 9 Tipps für Voice Search Optimization.

 

Quellenverzeichnis

Alphabet Pressemitteilung (2018): „Alphabet Announces Third Quarter 2018 Results“
URL: https://abc.xyz/investor/static/pdf/2018Q3_alphabet_earnings_release.pdf [Stand: 19.02.2019]

Hjorth A. (2019): „What does Voice search ad targeting look like?“
URL: https://www.innovell.com/what-does-voice-search-ad-targeting-look-like/ [Stand: 12.02.2019]

Roberts D. (2018): „Voicing an Opinion: The Future of Paid Voice Search“
URL: https://ppchubbub.com/voice-search/paid-voice-search/voicing-an-opinion-the-future-of-paid-voice-search/ [Stand: 18.2.2019]

Roberts A. (2017): „Is Google’s ‘Beauty and the Beast’ ad the future of paid voice search?“
URL: https://searchenginewatch.com/2017/03/23/is-googles-beauty-and-the-beast-ad-the-future-of-paid-voice-search/ [Stand: 18.02.2019]

Koksal I. (2018): „How Alexa Is Changing The Future Of Advertising“
URL: https://www.forbes.com/sites/ilkerkoksal/2018/12/11/how-alexa-is-changing-the-future-of-advertising [Stand: 18.02.2019]

Kovach S. (2017): „Google’s CEO didn’t have a very convincing answer for a potentially huge weakness in the company’s business“
URL: https://www.businessinsider.de/google-ceo-sundar-pichai-responds-to-concerns-over-monetizing-voice-search-2017-1 [Stand: 18.02.2019]

Sentance R. (2018): „The future of paid voice search: How voice could be monetised“
URL: https://econsultancy.com/future-paid-voice-search-monetisation-amazon-google/ [Stand: 18.02.2019]

Muller T. (2018): „Einsatz von Voice Search im SEA“
URL: https://www.onlinesolutionsgroup.de/blog/voice-search-sea/ [Stand: 19.02.2019]

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