Intelligente Hotelzimmer – Urlaub wie daheim?

 In Im Alltag

 

Seitdem die Systeme in vielen Privathaushalten mittlerweile kaum noch wegzudenken sind, ziehen auch Dienstleistungsunternehmen Schritt für Schritt nach. In einigen Hotels werden die Sprachassistenten bereits eingesetzt. Aber wie funktioniert eine derartige Vernetzung im Hotel und welche Vorteile bringt sie mit sich?

Wie werden Alexa, Siri und Co. in der Hotellerie eingesetzt? Und welchen Komfort bringen sie dem Gast?

In einigen Hotels gibt es bereits speziell ausgerüstete Smart Home Systeme, die mehrere Etagen miteinander vernetzen und über einen gemeinsamen Server organisieren. Die Rolle der Smart Home Zentrale ist im Hotel noch entscheidender als Zuhause. An diese Einrichtung sind nämlich nicht nur zwei oder drei einzelne Einrichtungselemente, wie beim Smart Home, gekoppelt, sondern das gesamte Netzwerk des Hotels.

Die smarten Assistenten sollen dem Gast nicht sofort ins Auge springen. Eine unauffällige Integration in die Einrichtung des Zimmers ist für den Wohlfühlfaktor sehr wichtig. Wie man es womöglich von zu Hause kennt, lassen sich jetzt auch auf dem Hotelzimmer die unterschiedlichsten Dinge per Sprachbefehl komfortabel organisieren: das Abspielen von Musik und Fernsehen, die Regulation des Lichts sowie das Tätigen von Anrufen oder Voice Chats. Eine Verknüpfung zur Rezeption oder Bar ist hierbei ein Muss. Durch „Smart Hotel“ wird es dem Gast sehr bequem gemacht, Bestellungen oder Wünsche zu kommunizieren. Der Gast kann ohne das Zimmer zu verlassen oder einen Anruf zu tätigen beispielsweise Essen bestellen. Das Hotel kurbelt damit seinen Zimmerservice an, da Wünsche und Bestellungen eher per Sprachbefehl abgegeben werden, als durch einen manuellen Anruf über das Hoteltelefon. (vgl. Perez 2018)

Ein weiterer Vorteil: Nach einer gewissen Zeit passt sich das Sprachassistenzsystem an seine Gäste an. Die Vorschläge des Sprachsystems stimmen sich immer mehr auf die individuellen Bedürfnisse des Gastes ab. Je individueller auf die Kundenwünsche eingegangen wird, desto mehr steigt die Zufriedenheit.

Dort wird die Voice-Technik bereits eingesetzt

Besonders in hochklassigen Hotels findet die Voice-Technik Verwendung, um keinen Kundenwunsch unerfüllt zu lassen. Mithilfe der neusten technischen Innovationen baut sich das Hotel selbst zudem einen positiven Ruf auf, der technikinteressierte Kunden anlockt. Ein Beispiel für eine derartige Hotelkette sind die Hilton-Hotels, die mit ihren intelligenten Hotelzimmern die gesamte Raumsteuerung auf dem Smartphone ihrer Gäste verwalten. Auch das Betreten des Hotelzimmers ist dabei bereits digitalisiert und funktioniert über die hoteleigene App. Ebenfalls in der Applikation integriert sind Steuerungselemente zur Bedienung der Heizung, zum Steuern des Fernseh- und Musikprogramms, zur Wetter- und Hotelansicht, sowie zur Verknüpfung des eigenen Gästeprofils. Eine derartige Technik wirkt auf den ersten Blick sehr vielseitig und interessant, dennoch umfasst eine solche Zentralisierung auch gewisse Risiken. (vgl. Bauer 2017)

Die Risiken der innovativen Voice Assistenten im Hotelzimmer

Umso mehr Zimmer an ein großes Netzwerk gekoppelt sind, desto verheerender wäre ein entsprechender Ausfall. Auch wenn die Technik-Lösungen für Hotels meist sehr ausfallsicher sind, kann es dennoch zu Zwischenfällen kommen, die das gesamte System für einen gewissen Zeitraum lahmlegen. Zu Zeiten von „Digital Keys“ und anderen praktischen Bedienelementen kann dies im Extremfall sogar dazu führen, dass Gäste während eines technischen Ausfalls ihre Hotelzimmer nicht mehr verlassen können. Ein weiteres Problem ist für bestimmte Zielgruppen auch die App-Gebundenheit, für die gleichzeitig wiederum ein funktionierendes Smartphone erforderlich ist. Fehlt dieses, funktioniert das gesamte Voice-Konzept nicht mehr, sodass die Technik mehr zur Hürde als zur Erleichterung wird. Wenn derartige, immer geringer vorkommende Zielgruppen allerdings unbeachtet bleiben, rentiert sich der Schritt zu Smart Systemen für die Hotellerie. (vgl. Wagner)

Ein guter Schritt für die Digitalisierung

Digitale Einrichtungen eignen sich nicht nur aus Gründen eines besonderen Service, sondern auch aus Kostengründen. Eine derartige Umrüstung für alle Räume ist zwar zunächst eine große Investition, mit der Zeit rentieren sich die neuen Steuerungseinrichtungen allerdings, da sie den Energieverbrauch nachhaltig reduzieren. Besonders für größere Hotelketten kann dies eine Minimierung der Betriebskosten von bis zu 50 Prozent bedeuten. Die Vorteile beziehen sich dabei allerdings nicht nur auf die Kosten für die Hotelbetreiber, sondern auch auf die Nachhaltigkeit, da sich der CO2-Ausstoß durch eine derartige Umrüstung sogar halbieren lässt. So gehen die modernen Hotelketten nicht nur wirtschaftlich den besten Weg, sondern vor allem auch ökologisch. (vgl. Betterspace)

Ihre Chancen für modernes Marketing

Umso häufiger in Hotels auf die digitale Sprachassistenz zurückgegriffen wird, desto besser lassen sich die Geräte aus Ihrer Sicht zu Marketingzwecken verwenden. Durch Verhandlungen mit einzelnen Hotels oder gesamten Ketten lassen sich lukrative Abkommen treffen, durch die Sie Ihre eigenen Produkte effektiv bewerben können.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist zudem, dass sich die beworbenen Produkte auch in der Hoteleinrichtung selbst einsetzen lassen, wodurch Sie mit überzeugenden Sponsoring-Angeboten Ihr Marketing optimieren können. Sowohl digital als auch analog gibt es diesbezüglich genügend Bereiche, in denen Sie zielgruppenspezifisch und am Puls der Zeit im Hotel werben können.

Smart Home im Hotel – Beginn einer gigantischen Umrüstungsaktion?

Auch wenn ein derartiger Service für die Betreiber selbst und vor allem für die Kunden äußerst vorteilhaft ist, kann kaum eine Hotelkette die Kosten für die einmalige Umrüstung tragen. Falls die Technik allerdings irgendwann aus Umweltgründen staatlich gefördert werden sollte, werden mit Sicherheit viele Hotels nachziehen und ihre Einrichtung technisch auf den neusten Stand befördern. Weil dies bisher nicht absehbar ist, wird es wohl auch in den nächsten Jahren im deutschsprachigen Raum nur vereinzelt Smart Hotels geben.

Fazit

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Funktionen eines Smart Home auch im „temporären Home“, nämlich im Hotel Einzug finden. Hilton steigert mit seinem System nicht nur den Komfort für die Gäste, sondern sichert sich auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Wer Smart Home schätzt, könnte künftig noch mehr Lust auf einen Hotelaufenthalt bekommen.

Quellenverzeichnis

Bauer V. (2018): „Smart Home mal anders: Hilton Hotels testet smarte Hotelzimmer“. URL: https://www.mobilegeeks.de/news/smart-home-mal-anders-hilton-hotels-testet-smarte-hotelzimmer/amp/[Stand 16.01.2019]

Betterspace: „Smart Home Hotel – Intelligente Hotelzimmer im Hotel schon jetzt Realiät“. URL: https://betterspace360.com/de/iq-roomcontrol/smart-home-hotel/ [Stand 16.01.2019]

Wagner R.: „Intelligente Hotelzimmer – Smart Home im Hilton“. URL: https://www.smart-wohnen.de/haus-garten/artikel/intelligente-hotelzimmer-smart-home-im-hilton/ [Stand 16.01.2019]

Perez S. (2018): „Amazon launches an Alexa system for hotels“. URL: https://techcrunch.com/2018/06/19/amazon-launches-an-alexa-system-for-hotels/?guccounter=1 [Stand 16.01.2019]

 

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