Ein perfektes Paar: Wearables & Voice

 In Im Alltag

 

Nicht nur am Handgelenk, am Ohr, in der Hosentasche und sogar auf der Haut: Wearables sind Computertechnologien, die am Körper getragen werden (Bendel 2019). Seit einigen Jahren schon sind sie in unserem Alltag präsent und haben bereits viele Industrien erobert. Sie bieten dem Träger digitale Unterstützung bei Aktivitäten in der realen Welt und häufig eine weitestgehende Bedienung ohne Einsatz der Hände, nur mit Hilfe der Sprache.

Human Enhancement

Wearable Technology unterstützt den Träger durch die Bereitstellung von relevanten Informationen, Auswertungen und Anweisungen und kann so dazu beitragen die menschlichen Möglichkeiten zu erweitern, um damit die Leistungsfähigkeit des Betroffenen zu verbessern (Bendel 2019). Immer mehr Rücken Begriffe wie Quantified Self, Bodyhacking oder Biohacking in den Fokus des Mainstreams – geht es doch darum sich selbst zu optimieren. Leistungsfähiger, gesünder, langlebiger will der Mensch sein. Wearables können dabei helfen – Dank ihrer hochentwickelten Sensorik und ihrer permanenten Datenverarbeitung (vgl. Bendel 2019 und Trendone 2019).

Klassifizierung von Wearables

Choi und Mardonova (2018) unterteilen je nach Funktion, Erscheinung und Nähe zum Körper folgende Wearables:

Smartwatches sind computergesteuerte Geräte oder kleine Computer, die wie Uhren am Handgelenk getragen werden. Sie verfügen über Funktionen, die die Kommunikation unterstützen sollen (Telefonie, empfangen von Nachrichten, Kalendererinnerungen etc.), teilweise auch über einen Bildschirm . Mit feinen Trägheitssensoren ausgestattet, können Smartwatches Handbewegungen wie Rauchen und Trinken erfassen.

Smart Eyewear, intelligente Brillen, finden wir in am Kopf getragenen Displays, in Virtual Reality oder Augmented Reality Anwendungen oder auch in Form von smarten Kontaktlinsen. Manche benötigen ein Smartphone zur Bildausgabe oder – wenn sie separat funktioneren – ein Quellgerät.

Fitness Tracker werden am Handgelenk, auf der Brust oder am Ohr getragen. Sie überwachen körperliche Aktivität und messen fitness-relevante Kennzahlen wie z.B. die Laufgeschwindigkeit und -distanz, Puls- und Atemfrequenz oder auch Schlafgewohnheiten. Forscher haben festgestellt, dass Fitnesstracker zur Verbesserung der Gesundheit des Trägers beitragen können indem sie z.B. überwichtige Kinder zu körperlicher Aktivität motivieren.

Smart Clothing, intelligente Kleidung, überwacht den physischen Zustand des Trägers sowie der Kleidung selbst. Unter diesem Begriff werden Wearables von Sportbekleidung bis hin zu Brustgurten, medizinischer Kleidung, Arbeitskleidung, Militärbekleidung und auch E-Textilien zusammengefasst. Sie können mit einer Vielzahl von Sensoren und Funktionen ausgestattet sein und so beispielsweise zur Reduktion des Verletzungsrisikos von Profi-Sportlern im Training beitragen. Für Feuerwehrleute, Berufsfahrer und Bauarbeiter kann Smart Clothing zu höherer Sicherheit beitragen.

Durch ihr benutzerfreundliches Design, ihre Mobilität und Flexibilität erfreuen sich Wearable Cameras großer Beliebtheit. Ihr Reiz liegt darin, dass sie sich sehr gut für Aufnahmen aus der Ichperspektive und für Live-Aufnahmen eignen. Je nach Größe können sie entweder am Körper getragen oder an Kappen oder Helmen befestigt werden.

Wearable Medical Devices verfügen über Biosensoren und zeichnen physiologische Daten auf zur Vorbeugung von Krankheiten, für die frühzeitige Diagnose und zur Erleichterung der Behandlung.

Hände frei Dank Spracherkennung

In Verbindung mit Spracherkennung können Wearables benutzt werden, ohne, dass der Träger seine Augen und Hände von einer anderen Tätigkeit abwenden muss. So führt die Möglichkeit der Spracheingabe beim Bedienen von Fahrzeugen oder beim Hantieren mit Geräten zu einer Erhöhung der Sicherheit (Signal Processing Society 2018).

Auch im Falle von mangelndem Sehvermögen, eingeschränkter Fingerfertigkeit und geringerem Technologieverständnis kann die Sprachtechnologie als komfortable Benutzeroberfläche für Menschen dienen, die auf Sprache angewiesen sind (Al-Siddiq 2018).

Natürlich dient Spracherkennung auch dem Nutzerkomfort. Hier am Beispiel der Apple Watch 3: Mit der Apple Watch können Anrufe entgegen genommen werden ohne das iPhone aus der Handtasche nehmen zu müssen. Die Apple Watch 3 ist sogar mit einer eigenen SIM-Karte ausgestattet, was bedeutet, dass das iPhone nicht einmal bei sich getragen werden muss, um zu telefonieren. Verbindet man die Apple Watch mit Apple Music, kann man Musik gesucht und abgespielt werden mittels Sprachbefehl. Das Display muss nicht berührt werden und Siri spielt die gewünschte Musik. Über die Apple Watch können auf diesem Wege auch Nachrichten und Terminerinnerungen diktiert und versendet werden (Vancluysen 2018).

Featuring Alexa

Amazon bringt seinen Sprachassistenten auf immer mehr Wearables wie Smartwatches, Kopfhörer und sogar Brillen (Pakalski 2018). Durch den Launch des Alexa Mobile Accessory (AMA) Kit im Januar 2018 wird die Integration in allen Wearables, die mit einem Smartphone oder Tablet verbunden sind, ermöglicht. Mit dem Gewinn der Mobilität tritt Amazon noch effektiver in Konkurrenz mit Apples Siri und dem Google Assistant, die diese Fähigkeit bereits seit ihrer Einführung haben (Priday 2018). Für 2019 ist ein neuer

Wearables werden intuitiver

Ihre hochsensible Sensorik macht Wearables immer intuitiver. So haben Wissenschaftler zuletzt ein Headset entwickelt, das mit Gedanken gesteuert werden kann, indem es durch eingebaute Elektroden neuromuskuläre Signale des Trägers liest (MacCormack 2018).

Fazit

Die Bedeutung von Wearables nimmt stetig zu, denn können sie nicht nur ein praktisches Gadget sondern auch ein lebenserleichterndes und -rettendes Device sein. Das macht Wearables zu einem faszinierenden und gleichermaßen potenzialträchtigen Gebiet. Lesen Sie dazu unseren Blogbeitrag MedTech und die Kraft der menschlichen Stimme.

Quellenverzeichnis

Al-Siddiq, W. (2018): Listen to This: MedTech and the Power of the Human Voice. URL: https://www.mpo-mag.com/contents/view_online-exclusives/2018-03-20/listen-to-this-medtech-and-the-power-of-the-human-voice [29.1.2019]

Choi, Y. und Mardonova, M. (2018): Review of Wearable Device Technology and Its Applications to the Mining Industry. URL: https://www.researchgate.net/publication/323582827_Review_of_Wearable_Device_Technology_and_Its_Applications_to_the_Mining_Industry [29.1.2019]

Bendel, O. (2019): Wearables. In: Gablers Wirtschaftslexikon. URL: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/wearables-54088/version-368816 [29.1.2019]

MacCormack, D. C. (2018): Wearable Technology Is Getting More Intuitive Every Day—and That Freaks Me Out. URL: https://www.commercialintegrator.com/blogs/technology-intuitive-devices-wearable-technology/ [29.1.2019]

Pakalski, I. (2018): Alexa kommt auf Uhren, Kopfhörer, Brillen – und in Backöfen. URL: https://t3n.de/news/alexa-uhren-kopfhoerer-brillen-902411/ [29.1.2019]

Priday, R. (2018): Alexa is Heading to a Lot More Headphones and Wearables Soon. URL: https://www.tomsguide.com/us/alexa-bluetooth-headphones-wearables,news-28602.html [29.1.2019]

Signal Processing Society (2018): What Are the Benefits of Speech Recognition Technology? URL: https://signalprocessingsociety.org/publications-resources/blog/what-are-benefits-speech-recognition-technology [29.1.2019]

Trendone (2019): Wearable Technologies. URL: https://www.trendone.com/trends/macro-trends/macro-trend-detail/wearable-technologies.html [29.1.2019]

Vancluysen, N. (2018): Voice-enabled wearables: A new mobile experience. URL: https://blogs.dxc.technology/2018/07/31/voice-enabled-wearables-a-new-mobile-experience/ [29.1.2019]

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