Alexa, starte mein Auto!

 In Im Alltag

 

Digitale Sprachassistenten erkämpften sich bereits ihren Platz bei unseren sehr persönlichen Devices dem Smartphone. Ebenso in die Privatsphäre in unsere eigenen vier Wänden in Form von allen Unterhaltungs- und Smart Home-Geräte. Nun begeben sich Alexa, Google, Siri & Co. hinters Steuer. Das Auto als Device – diese Betrachtung wird für die Technologiekonzerne wie Google, Microsoft, Apple und Amazon immer wichtiger. Denn hier verbringen User erstaunlich viel Zeit.

 

Gegenwart und Zukunft der Digitalen Sprachassistenten

Digitale Sprachassistenten erkämpften sich bereits ihren Platz bei unseren sehr persönlichen Devices dem Smartphone. Ebenso in die Privatsphäre in unsere eigenen vier Wänden in Form von allen Unterhaltungs- und Smart Home-Geräte. Nun begeben sich Alexa, Google, Siri & Co. hinters Steuer. Das Auto als Device – diese Betrachtung wird für die Technologiekonzerne wie Google, Microsoft, Apple und Amazon immer wichtiger. Denn hier verbringen User erstaunlich viel Zeit.

Die Sprachsteuerung im Auto ist bei fast allen neuen Fahrzeugen, die heute auf dem Markt sind, Standard. Darüber hinaus erkämpfen sich Digitale Sprachassistenten ihren Platz im Cockpit. Nicht rein als pure Schnittstellenanbindung, zum Beispiel via Mirror Linking, sondern als zentrale Plattform der IT im Automobil.

Die Tage, in denen der Autofahrer ohne Ablenkung von Punkt A nach Punkt B fuhren, sind vorbei. Auch wenn das sichere Fahrverhalten (und vielerorts das Gesetz) verlangt, dass omnipräsente Verhalten, wie man es mit Smartphone, nicht nachkommen. Die ständigen Anrufe, E-Mails und Textnachrichten sollten während der Fahrt ignoriert werden, aber alles andere als die Realität. Viele Sprachtechnologien wurden angetrieben durch die Notwendigkeit, starke Nutzung und nicht zuletzt, als weiteren Kommunikationskanal zum Konsumenten.

Digitale Assistenten im Auto zielen darauf ab, die Ablenkung durch den Blick auf das Smartphone, durch die In-Car-Systeme zu ersetzen. Der Nutzen liegt auf der Hand: Man kann während der Fahrt per Sprache fast alles erledigen, was man auch sonst mit dem Smartphone erledigt. Ein ganz nicht ganz unwichtiger Faktor dabei, man behält die Straße im Auge und das Lenkrad im Griff.

Übergangslösung: In-Car-Entertainment mit API

Schon seit Jahren bieten die Autohersteller ihren Kunden auf Wunsch eine ins Fahrzeug integrierte Sprachsteuerung an, mit der der User die Adresse des Zielortes in das Navigationssystem spricht. Doch selbst bei dieser recht einfachen Aufgabe (aus technischer und Entwicklersicht), funktioniert kaum ein System reibungslos. Das gesprochene Wort wird in den wenigsten Fällen beim ersten Versuch erkannt und umgesetzt. Das Problem liegt in der zum Einsatz kommenden Technik. Mit der Sprachsteuerung übernimmt der Bordcomputer die Analyse der Sprache, ohne dabei auf einen Cloud-basierten Hochleistungsrechner zugreifen zu können. Dadurch ist es nicht verwunderlich … äußerst limitiert sind. Schließlich erkennt On-board-System nur vordefinierte Befehle, um diese umzusetzen.

Ein Beispiel: Wenn der Entwickler des Automobilherstellers „Navigiere zu“ ins System einprogrammiert hat, versteht der Bordcomputer „Fahre zu“ nicht. Problematisch wird es auch bei schwer zu unterscheidenden Ausdrücken. Gibt es die Möglichkeit seine Heimatadresse im System zu hinterlegen und möchte die Navigation mit „Fahre nach Hause“ starten, führt das zu oft nicht zum gewünschten Erfolg bzw. In diesem Fall zum gewünschten Ziel. Durch Spracheingabe versteht der Bordcomputer meist eine ganze Aufgabe „Fahre nach Hausen“ und dann eben auch nach “Hausen” fährt. On top kommt kaum performante Rechenleistung, bis der Bordcomputer den Sprachbefehl analysiert und ausführt. Der User ist, “ähnlich wie bei der Ladezeit einer Website”, genervt und gibt seien Anforderung manuell ein.

Unternehmen wie Apple, Google, GM, Ford aber auch Baidu (sowie weitere) gestalten die Art und Weise, wie die Sprachaktivierung in Fahrzeugen eingesetzt wird. Autokäufer denken hierzu noch wesentlich pragmatischer: Wichtig ist ihm, wie gut das Auto sich mit dem eigenen Smartphone verbinden und möglichst viel Funktionen auch im unterwegs bentuzen lassen. Google Assistent und Siri verbinden das Smartphone mit dem Auto, diese Digitalen Assistenten sind bereits 2014 ins Auto eingezogen. Mit den Apps Android Auto von Google und CarPlay von Apple lassen sich Android -Smartphones und iPhones in Fahrzeuge mit kompatiblen Infotainmentsystemen einbinden. Die Digitalen Assistenten am eigenen Smartphone sind ja schon sehr fortgeschritten und zum anderen ist der User im Umgang routiniert. Sie ermöglichen es dem Fahrer Standard-Funktionen per Sprachbefehl ausführen zu lassen u.a.:

  • die Navigation via Google Maps oder eine andere App starten
  • Informationen abfragen, z.B. über Verkehrslage, Parkmöglichkeiten, Tankstellen, Restaurants usw.
  • Telefonieren oder Textnachrichten diktieren, versenden und empfangen
  • Termine verwalten
  • Musik und Radio hören
  • sich Hörbücher vorlesen lassen

Der Funktionsumfang beider Apps lässt sich um zusätzliche Android- oder iOS -Anwendungen erweitern – vorausgesetzt, die gewünschten Funktionen sind für Android Auto  bzw. für CarPlay  zugelassen. Android Auto und Apples CarPlay sind mittlerweile mit den Infotainmentsystemen in hunderten neueren Automodellen kompatibel.

Apple CarPlay
CarPlay bringt eine reduzierte und sicherheitsorientierte Version von iOS in die Unterhaltungselektronik von entsprechend ausgestatteten Autos ein.  
Siri ist in CarPlay integriert ist. Drücken Sie die Sprachtaste am Lenkrad, hilft Siri zwischen den Wiedergabelisten zu wechseln, zur nächsten Tankstelle zu navigieren, Textnachrichten zu senden, Anrufe über Skype oder bei Buchung einer Tischreservierung. Neuerdings unterstützt Apple CarPlay auch Google Maps. Apple musste sich den Marktgesetzen beugen (Apple, 2018)

Google Android Auto
Android verbindet sich über ein USB-Kabel und setzt dann auf Bluetooth für Sprachanrufe über das Auto. Ist das Smartphone angeschlossen, aktiviert Google Android Auto eine wichtige Sicherheitsfunktion. Diese stellt sicher, dass der Fahrer während der Fahrt sein Smartphone nicht benutzen kann. Gleichzeitig bleiben alle Steuerungen des Fahrzeugs getrennt und betriebsbereit, so dass diese nicht vom Smartphone übernommen werden (Google, 2018)

Baidu Car Life
Als starker Mitbewerber zu Googles Android Auto und Apples Car Play, unterstützt Baidu Car Life nicht nur Android- und iOS-Smartphones (über eine entsprechende App). Baidu öffnet zudem das System auch für Third-Party, also unabhängige App-Entwickler. (Baidu, 2018)

GM App Framework
Seit 2013 lädt General Motors Software-Entwickler ein, Apps für die In-Car-Entertainment-Systeme von GM zu entwickeln. Über Schnittstellen (API) können die Entwickler auf bis zu 200 verschiedene Parameter-Daten zu greifen, die durch eine Fahrt generiert werden (GM, 2018).

Smart Device Link
Ursprünglich von Ford initiierte Software-Umgebung solle einen einheitlichen Standard für die Zusammenarbeit zwischen Smartphone und dem In-Car-Entertainment-Systemen bieten. Das Smart Device Link Consortium  wird außer von der Automotive-Industrie auch von Unternehmen, allen voran Amazon, unterstützt (Smart Device Link, 2018).

Neue Qualität der Sprachsteuerung durch Infos aus der Cloud

Nun ist die Sprachsteuerung im Auto generell nicht mehr eine neue technische Errungenschaft. Bereits seit Jahren hören Navigationssysteme aufs Wort, mit mehr oder weniger mäßigen Erfolg. Diese ältere, Cloud-ungebundene Form der Sprachsteuerung sind sehr eingeschränkt. Zum einen müssen die Sprachbefehle sehr rigide formuliert werden; zum anderen werden die Sprachanweisungen vom Bordcomputer nur langsam analysiert oder oft gar nicht verstanden. Das soll sich nun ändern. Viele Automobilehersteller kündigen an, intelligente Sprachassistent in künftige Modelle zu integrieren. Dabei ringen Automotiv und Tech-Riesen jeweils um die Gunst. Der Kampf um die IT im Fahrzeug ist umkämpft. Den längst hat sich hat sich das Auto vom Fortbewegungsmittel zum Online-Device entwickelt. Automobilhersteller setzen darum etablierte Systeme und entwickeln eigene Lösungen. Nissan setzen dadurch auf Microsofts Cortana, Mercedes bringt mit „Hey Mercedes“ seinen eigenen Sprachassistenten auf den Markt und auch der Autozulieferer Bosch bietet künftig einen Alexa-Konkurrenten an.

Zulieferer Bosch will „einen Sprachassistenten ins Auto bringen, der Autofahrer versteht, wie ein Mensch“. Die KI-Sprachsoftware wurde Anfang 2018 auf der CES in Las Vegas vorgestellt und soll besonders lern- und denkfähig sein – ganz ohne Daten in die Cloud zu senden. Die Besonderheit des Bosch-Sprachassistenten, der eigens für den Einsatz im Auto entwickelt wurde: Er braucht – im Gegensatz zu Alexa und Co. – keine aktive Internetverbindung. Mag auf den ersten Blick nach einem Vorteil klingen, aber die Insellösung wird langfristig nicht mit den Fähigkeiten einer Cloud-basierten Lösungen Schritt halten können.

Toyota zeigte mit dem Prototypen „Concept-i„, bei dem die Interaktion mit dem Digitalen Assistenten „Yui“, die herkömmliche Bedienung mit Knöpfen und Touchscreens ersetzen soll. Die Insassen sollen sich einfach mit der Software unterhalten, erklärte der japanische Autoriese (Toyota, 2018).

Mercedes geht als erster Automobilkonzern mit einen eigenen Sprachassistenten ins Rennen. Das neue User-Interface MBUX (Mercedes Benz User-Interface). MBUX arbeitet per Touch- und Sprachsteuerung. Mit der Künstlichen IntelligenzI lassen sich fast alle rund 120 Fahrzeug-Funktionen per Sprache bedienen. Riesenvorteil, der User/Fahrer verliert sich nicht im Menü-Labyrinth oder in der Bedienungsanleitung. Der Mercedes- Sprachassistent ist zudem sehr intuitiv, erkennt verschiedene Dialekte und Akzente und wirkt in der Kommunikation sehr natürlich.


Alexa, Google Assistant, Cortana und Siri werden das Rennen machen
Apple hat Siri, Microsoft hat Cortana, Google hat den Assistant und Amazon hat Alexa – immer mehr Sprachassistenten drängten in den vergangenen Jahren auf den Markt. Autobauer legen verstärkt Wert auf Sprachunterstützung am Steuer. Digitale Assistenten sollen die Parkplatzsuche in der Nähe starten oder schaltet auf Sprachbefehl die Klimaanlage ein. Sukzessive werden immer mehr Funktionen auch per Sprache gesteuert.

Wer sich Alexa, Google Assistant und Siri anschaut, versteht recht schnell, warum das so ist. Während Systeme von Autoherstellern nur in ausgewählten Fahrzeugen zum Einsatz kommt und ausschließlich von deren Fahrer lernt, sprechen täglich Millionen von Menschen mit Alexa, Google Assistant, Cortana und Siri und machen die Digitalen Sprachassistenten dadurch leistungsfähiger.

Marketers bekommen ein datengetriebenen Channel

Ein Bereich, in dem die Sprachaktivierung große Fortschritte macht, ist jedoch die Automobilindustrie. Spracherkennungssysteme im Auto haben sich zu einem der führenden Anbieter von fast serienmäßig in allen vielen neuen Fahrzeugen auf dem heutigen Markt. Es kann nicht bahnbrechend sein, aber es könnte Ihr Leben retten (und Geld für Ihre Versicherungsprämien). Was hat die Automobilindustrie dazu veranlasst, die Spracherkennungsfunktionen im Auto so großzügig einzusetzen, während der Rest des Verbrauchermarktes noch immer mit der Technologie experimentiert? Dies könnte ein Bereich sein, in dem der schiere Bedarf die Innovation antreibt, und nicht nur die Fähigkeit, ein neues Konzept oder Gerät an technologie-hungrige Verbraucher zu vermarkten.

Alle Sensor- und Nutzungsdaten mit Hilfe von Big-Data-Technologien und maschinellem Lernen sollen intelligent vernetzt und ausgewertet werden. Damit sollen Lösungen wie etwa eine vorausschauende Wartung der Fahrzeuge, eine verbesserte Navigation und auf die Autofahrer individuell zugeschnittene Dienste möglich werden. Doch diese diese neue Bequemlichkeit geschieht natürlich nicht, um besonders “user-friendly” dazustehen. Ziel ist es die gewonnen Daten zu nutzen, zum Beispiel für eine eCommerce-Plattform. Die Zeit die User, in dem Fall dann auch der Fahrer, im Auto verbringt nutzt er sein Smartphone oder anderes Device nicht. Was wiederum bedeutet, die wahrscheinlichkeit das er online ist, sinkt. Interaktionen und Transaktionen können nicht getätigt werden. Dabei kann der User die Autofahrt produktiver gestalten, ganz einfach, mit der Sprache. Kaffee und Snacks werden so problemlos bestellbar sein. Das Zahlungsmittel ist beim Digitalen Sprachassistenten bereits hinterlegt und durch die Koppelung mit Maps, weiß das Auto auch den Weg zur nächstgelegenen Filiale. Darauf aufbauend ist Location-based Marketing: Kommt das Auto in der Nähe einer Filiale, werden der Deal-of-the-day und Zusatzangebote zum Cross- und Upselling angeboten.

Fazit

Der Digital Assistent einmal gewohnt, will man diese Annehmlichkeit nie mehr missen müssen. Gerade durch die Durchdringung der Assistent-Systeme der großen Tech-Firmen finden nicht nur mehr Zulauf durch den User, vielmehr werden mehr und mehr Daten generiert. Dadurch lernen diese Cloud-basierten Dienste durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz enorm dazu. Weiters sind Assistent-Systeme der großen Technologie-Konzerne schon sehr im Lebensmittelpunkt des Users. Die Nutzung ist gewohnt und die Daten hinterlegt. So ist fast schon egal, ob es das eigene Fahrzeug ist oder via Car Sharing ein gemietet Fahrzeug. Mit den richtigen Sprachbefehl werden alle gewohnten Einstellungen gesetzt. Wieder sehr persönlich und convient!

 

 

 

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