Der beginn der Chatroboter 1966
KI Basics

Die Urgroßmutter von Siri, Alexa und Co heißt Eliza

Wer ist die Urgroßmutter von Siri & Alexa?

Sprachassistenten landen in immer mehr Haushalten. Wir kennen Assistenten aber auch von unseren Smartphones oder dedizierten Lautsprechern wie Siri (Apple), Alexa (Amazon), Bixby (Samsung) oder den Google Assistent, um die bekanntesten zu erwähnen.

Im Smarthome lassen sich Hauselektronik und Geräte auch ganz einfach über die Sprache steuern.

Alexa, wie wird das Wetter heute? Alexa, spiel meine Good morning playlist! Alexa schalte das Licht ein! Alexa lese mir meine anstehenden Termine vor! Ein Szenario das den Tagesbeginn mit unserem Sprachassistenten wiedergibt.

Sprachassistenten werden im Allgemeinen als Chatbot bezeichnet, wobei unter Text Bot und Voice Bot unterschieden wird. Chatbots behandeln Gespräche oft wie ein Tennisspiel: reden, antworten, reden antworten. (vgl Schmidt 2018: 243)

Da stellt man sich die Frage, wie kommt jemand auf den Gedanken einen Sprachassistenten zu entwickeln.

Der Urahn/die Mutter von Siri, Alexa und Co nennt sich Eliza.

Der deutsch-amerikanische Informatiker Joseph Weizenbaum wollte 1996 ein Gespräch zwischen Mensch und Computer über natürliche Sprache aufzeigen und erfand so die Mutter aller Chatbots, auch bekannt unter dem Namen Eliza. (Oettinger 1966) Unter dieser Erfindung gab es die Variante namens Doctor, diese sollte ein Gespräch mit einem Psychologen simulieren. Weizenbaum war entsetzt über die Wirkung dieses Programmes, da sie nie als Ersatz für einen Therapeuten gedacht war, es aber trotzdem so gehandhabt wurde. Er kritisiert, wie ein formal programmiertes Computersystem, mit Intelligenz in Verbindung gebracht werden konnte.
Menschen gaben ungefiltert ihre intimsten Gedanken und Probleme preis ohne das der Chatbot eigentlich ein Wort von dem Verstand, was die Personen geschrieben hatte.

Eliza hat nach einem wenn-dann Muster gearbeitet z.B., wenn …“Ich bin“ X dann “warum bist du X“

Das Programm hat die Strategie implementiert stets die Regel anzuwenden. Demzufolge führt der Satz: „Ich bin traurig“ zu der Antwort: „Warum sind Sie traurig?“ Mit diesem Computerprogramm hat er einen Meilenstein in der künstlichen Intelligenz gelegt.

Eliza wird vorgestellt.

Das Kind Siri und ihre Geschwister wurden geboren

Jahrzehnte lang passierte im Bereich der Chatbots nichts, bis im Jahr 2010 Apple das 2007 gegründete Unternehmen Siri aufkauft. Im Jahr 2011, im Zuge der Vorstellung des neuesten Iphone 4s, wurde dann der Sprachassistent Siri präsentiert. (Wikipedia)

Daraufhin zogen in den nächsten Jahren die IT-Rivalen nach. Google now erschien 2012, 2014 stellt Microsoft Cortana vor und 2015 revolutionierte Amazons Alexa den Markt. 2016 zog Microsoft mit ihrem Sprachassistenten nach. Samsung ließ sich mit Bixby bis 2017 Zeit und ab da wurden die Sprachassistenten Erwachsen.

Die Entwicklung der Chatroboter mit dementsprechenden Jahreszahlen
Entwicklung der Chat-, Voicebots

Aber wie funktioniert denn eigentlich so ein Sprachassistent?

Früher haben wir die Sprache der Maschinen gelernt, wobei heute die Maschinen die Sprache der Menschen lernen.
Unternehmen geben ihren Chatbots eine Persönlichkeit die zu Ihrer Markenphilosophie passen soll. So werden bei Voicebots über die Stimme, Geschlecht, Alter, Akzent bis hin zu Humor und Einsatz rhetorischer mittel Definitionen angestellt. Bildlich dargestellt ist die Cloud (bei Alexa die Amazon Cloud, bei Google die Google Cloud) das Gehirn von Sprachassistenten. Dort werden alle gesprochenen Anfragen verarbeitet um Antwort Dialoge ermitteln und generieren zu können.

Spracherkennung funktioniert im Grunde über Machine learning. Das heißt, der Lernprozess ist fortlaufend, wie bei einem Menschen. Algorithmen lernen Muster und Gegebenheiten aus Daten-beständen bzw. aus Eingaben der Benutzer kennen. Das System entwickelt sein „Wissen“ anhand immer wiederkehrenden Erfahrungen. Künstliche Intelligenz wird HIER in diesem Beitrag genauer erklärt.

Zukunft der Assistenten

Siri und Co werden in der Zukunft immer mehr dazulernen und sind im derzeitigen Entwicklungsstatus schon so weit um zum Beispiel per Telefon einen Termin zu vereinbaren, ohne dass das Gegenüber bemerkt, mit einer Maschine zu sprechen. (Floemer 2018)

Egal ob auf unseren Smartphones, zu Hause, auf unseren Arbeitsplätzen oder im Auto, Assistenten werden sich in verschiedenen Bereichen so weit implementieren wie wir es erlauben als nützlich empfinden.


Quellen

Spies, M. Wenger, K. (2018). Branded Interactions. 3. Aufl. Hermann Schmidt Verlag

Oettinger, A. (1966). Communications of ACM. Zugriff am 15.02.2020. Verfügbar unter: https://dl.acm.org/doi/pdf/10.1145/365153.365168?casa_token=FWxVlnOkruIAAAAA%3AHT0SRPS1YhTVnA-2_cR8hHkUZ8c-qh8uh0z0VCDaYmeygjOxdQwNBq_mmpUJm4qr2z55G7fru0b0

Woelk, U. (2016). „Eliza“ „Das sagten Sie bereits.“ Die Zeit online. Zugriff am 15.02.2020. Verfügbar unter: https://www.zeit.de/2016/02/eliza-software-computer-konversation

Merschmann, H. (2008). Der Kritiker geht. Die Kritik bleibt bestehen. Zugriff am 15.02.2020. Verfügbar unter: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/zum-tode-von-joseph-weizenbaum-der-kritiker-geht-die-kritik-bleibt-bestehen-a-540088.html zuletzt abgerufen am 15.02.2020

Randow, G. (2008). Joe Weizenbaum, freier Geist. Zugriff am 15.02.2020. Verfügbar unter: https://www.zeit.de/online/2008/11/Joseph-Weizenbaum-Nachruf/seite-2

Thomas, C. (2018). KI in der Spracherkennung: Alexa und Siri werden Erwachsen. Zugriff am 15.02.2020. Verfügbar unter: https://www.mobile-zeitgeist.com/ki-in-der-spracherkennung-alexa-und-siri-werden-erwachsen/?cookie-state-change=1581602140153

Floemer, A. (2018). Googles KI klingt am Telefon wie ein Mensch und kann Termine vereinbaren. Zugriff am 15.02.2020. Verfügbar unter: https://t3n.de/news/google-assistant-telefonieren-1077901/

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