Illustration eines Gehirns das Künstliche Intelligenz darstellen soll
KI Basics,  Wissenschaft

KI – kurz erklärt

Wenn man „Künstliche Intelligenz“ hört, denken viele an Filme wie Ex Machina, Chappie oder I, Robot – alles Filme in denen Roboter menschliche Verhaltensmuster annehmen und vollkommen selbstständig denken und handeln. Beschreiben diese Filme jedoch wirklich was KI aus heutiger Sicht eigentlich ist?

Um künstliche Intelligenz zu verstehen muss man beim Mensch beginnen, nämlich mit dem Gehirn. Dieses unfassbar komplexe Gebilde aus milliarden von Nervenzellen, sogenannte Neuronen, die ständig Impulse abfeuern und so jeweils zehntausende Verbindungen zu ihren Nachbarzellen bilden, ist die Grundlage dafür, dass wir lernen und schlussfolgern können. Für die Erzeugung von künstlicher Intelligenz soll also ein System die Arbeitsweise und Struktur des Neuronengeflechts im Gehirn imitieren. Es gibt Bereiche in denen intelligente Systeme bereits nicht nur schneller, sondern auch besser als der Mensch sind. Aber wie funktionieren diese klugen Maschinen? KI ist im Grunde nur ein Algorithmus wie in einem Computer Programm.  Dabei unterscheidet man drei Formen der KI: die schwache KI, die starke KI und die künstliche Superintelligenz.

„Künstliche Intelligenz bezeichnet die Fähigkeit einer Maschine, kognitive Aufgaben auszuführen, die wir mit dem menschlichen Verstand verbinden.“

Kreutzer & Sirrenberg 2019, S. 3

Schwache KI

Schwache KI (engl.: weak AI oder narrow AI) beschreibt Computersysteme die konkrete Anwendungsprobleme lösen können. Die Problemlösung, also das „denken“ erfolgt hierbei auf Basis von mathematischen Methoden, die speziell für die jeweilige Anforderung entwickelt und optimiert werden (vgl.: Moeser, 2018). Schwache künstliche Intelligenz kann lediglich eine, klar definierte Aufgabe erfüllen. Die Herangehensweise ist dabei immer gleich. „Schwache KI-Systeme funktionieren auf einem oberflächlichen Intelligenz-Level und erlangen kein tieferes Verständnis für die Problemlösung.“ (vgl.: Wismann, 2019). Der Unterschied zu einem rein regelbasierten System liegt darin, dass sich das System einer KI selbst optimieren kann. Das bedeutet, dass das System selbstständig Muster erkennt, daraus Schlüsse zieht und somit nach und nach bessere Ergebnisse liefert. Dieser Prozess wird auch Machine Learning genannt. Beispiele für diese Form der KI sind: Bilderkennung wie zb.: Face ID, Texterkennung wie bei Google Books, Einparkhilfen, Navigationssysteme, Spracherkennung aber auch Autovervollständigung und Korrekturvorschläge bei Suchvorgängen. Alle heute eingesetzten KI Systeme gelten als „schwach“. Das langfristige Ziel ist es jedoch, starke KI zu entwickeln.

Starke KI

Bei starker KI (engl.: general AI oder strong AI) geht es darum, Computersysteme zu entwickeln, die mindestens über die gleichen intellektuellen Fähigkeiten verfügen wie der Mensch. Darum wird diese Form der KI auch oft als die eigentliche Künstliche Intelligenz bezeichnet. Während schwache KI ihre Schlüsse nicht auf andere Bereiche übertragen kann, wäre das bei starker KI möglich (vgl.: Wittpahl, 2019). Wenn also das intelligente System mit einer unbekannten Aufgabe konfrontiert wird, müsste die KI über genügend Intelligenz verfügen um, das Problem, gleich welcher Art, zu erkennen und zu lösen. Um eine solche Intelligenz künstlich zu erzeugen, müsste man das neuronale Netz des menschlichen Gehirns nachbilden. Diese künstlichen Neuronen müssten über Schichten verbunden werden und voneinander lernen. Davon ist man jedoch noch weit entfernt.

Künstliche Superintelligenz

Und dann gibt es noch die Definition einer künstlichen Superintelligenz (engl.: artificial superintelligence). Der schwedische Philosoph Nick Bostrom definiert Superintelligenz als „einen Intellekt, der in praktisch jedem Bereich viel klüger ist als die besten menschlichen Gehirne, einschließlich wissenschaftlicher Kreativität, allgemeiner Weisheit und sozialer Fähigkeiten“. Künstliche Superintelligenz reicht von einem Computer, der nur ein wenig klüger ist als ein Mensch, bis hin zu einem, der Billionen Mal klüger ist – in allen Bereichen (vgl.: Urban, 2015).

Künstliche Intelligenz gibt es längst nicht nur im Film, sondern ist bereits jetzt überall im Alltag zu finden. Auch wenn es sich bis jetzt nur um die niedrigste Form einer künstlichen Intelligenz handelt. Da es derzeit keine wirklich überzeugenden Argumente gegen das  Erreichen einer superintelligenten KI gibt, kann man davon ausgehen, dass dies nur eine Frage der Zeit ist (vgl.: Vonwinkel, 2016).


Quellen:

Kreutzer, R. T. & Sirrenberg, M. (2019). Künstliche Intelligenz verstehen: Grundlagen – Use-Cases – unternehmenseigene KI-Journey. Springer-Verlag, S. 3.

Moeser, J. (2018). Starke KI, schwache KI – Was kann künstliche Intelligenz? – JAAI.de. Zugriff am 11.02.2020. Verfügbar unter: https://jaai.de/starke-ki-schwache-ki-was-kann-kuenstliche-intelligenz-261/

Urban, T. (2015). The Artificial Intelligence Revolution: Part 1. Wait But Why. Zugriff am 12.02.2020. Verfügbar unter: http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial-intelligence-revolution-1.html

Wittpahl, V. (2019). Künstliche Intelligenz: Technologie / Anwendung / Gesellschaft. Zugriff am 20.2.2020. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-662-58042-4

Wismann, A. (2019). 3 Fakten über künstliche Intelligenz – KI. Zugriff am 11.02.2020. Verfügbar unter: http://blog.quanto-group.de/3-fakten-%C3%BCber-k%C3%BCnstliche-intelligenz-ki

Vonwinkel, B. (2016). Kommt die technologische Singularität?: Seite 2 of 2. Humanistischer Pressedienst. Zugriff am 09.02.2020. Verfügbar unter: https://hpd.de/artikel/kommt-technologische-singularitaet-13480

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