eSIM, 5G und Big Data: ein starkes Trio

Superhelden und geheime Agenten in Filmen haben allesamt im Stealth-Modus auch ohne Handy telefoniert. Handgelenk zum Mund, kurzes Flüstern in die Uhr und schon war die geheime Nachricht unterwegs. Heute könnten wir schon alle mit der Uhr telefonieren. Smartwatches gibt’s auf dem Markt allerhand, nur eines fehlt – eine eSIM im Endgerät.

Klein und smart

eSIM steht für embedded SIM, also eine SIM-Karte, die im Gerät vom Hersteller fix eingebaut ist. Ein smarter Mini-Chip, der vieles mehr kann, als einer üblichen SIM-Card zumutbar ist. Eine eSIM ist erstens nicht an einen Mobilfunkanbieter gebunden und ist so smart, dass sie dem Smartphone-Nutzer immer den günstigsten Tarif anbietet, und das auch im Ausland. Kein internationales Roaming mehr. Sie ist ja auch nicht nur auf das Smartphone gebunden – alle smarten Geräte sollten künftig mit einer eSIM ausgestattet werden, damit sie miteinander kommunizieren können. Ob es ein Wearable ist oder ein Auto. Willkommen im Internet der Dinge!

eSIM + 5G = Big Data

Das Konzept von eSIM ist neu, sie war aber am Anfang ein Albtraum für Mobilfunkanbieter, die in dem smarten Chip Bedrohung für ihr Geschäft gesehen haben. Nun mit dem Aufmarsch von smarten Geräten, die alle untereinander große Datenmengen austauschen und mit dem baldigen kommerziellen Rollout von 5G, eröffnen sich auch für sie neue Perspektiven.

Mit machine-to-machine (M2M) Kommunikation im Konsumentenbereich kommt das Zeitalter von Big Data und Hyperpersonalisierung. Endgeräte werden Informationen nicht nur generieren, von anderen Geräten empfangen und entsenden, sondern mit Machine Learning  im Kontext auswerten und daraus personalisierte Profile erzeugen. Mit genauen Informationen über einzelne Kunden fällt es Unternehmen leichter ihr Angebot anzupassen und jedem Kunden das anbieten, was ihm mit höchster Wahrscheinlichkeit gefällt.

Alles personalisiert

Während du draußen joggen bist, kann dir deine Waschmaschine auf deine Smartwatch eine SMS schicken, dass der Waschgang jetzt zu Ende ist. Du kannst per Voice Command die Temperatur in deinem Wohnzimmer regulieren und dir nachher die eingegangenen Geschäfts-Mails vorlesen lassen. Zum Schluss sagt dir deine Smartwatch, wie viele Kalorien du beim Joggen verbrennt hast. Nun kannst du anhand von deiner Kondition ein passendes Essen bestellen.

Auch so können Alltagsaktivitäten mit Internet der Dinge aussehen. Mobile Geräte spielen im Mobile Marketing eine ganz besonders wichtige Rolle, weil sie die meisten Informationen über Kunden sammeln (Ghanchi, 2016). Smartphones sind zu treuen Begleitern des Menschen geworden. Sie werden sowohl für die Arbeit, wie auch für die Freizeit benutzt, Daten von Apps geben Auskunft über alle Facetten des Lebens eines Nutzers. Sei es seine täglichen Routinen, Gewohnheiten oder Lebensumstände: Wann und wie oft schaust du ins Facebook rein? Wie bedienst du bestimmte Apps? Zu welchen Zeiten interagierst du mit dem Smartphone am meisten? Wo befindest du dich und wann? Dementsprechend ist der Umfang und die Vielfältigkeit der gesammelten Daten besonders begehrenswert.

Post-Privacy?

Obwohl die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die Karten im Online Marketing neu gemischt hat, Daten werden weiterhin gesammelt, analysiert und für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen genutzt. Es ist zu erwarten, dass das Konzept von Privatsphäre allmählich neu wahrgenommen und neu definiert wird. In der älteren Generation überwiegt zwar immer noch Skepsis über die smarte Welt, junge Nutzer sind viel offener und freuen sich, wenn smarte Geräte ihre Zeit und Ressourcen sparen und sind dafür bereit einen Teil ihrer Privatsphäre abzugeben.

Quellen und weiterführende Links:

Bouteiller, J. (2017): eSIM : l’évolution de la carte SIM qui va bouleverser nos usages mobiles. [online] URL: http://mobilemarketing.fr/2017/10/esim-levolution-de-la-carte-sim-qui-va-bouleverser-nos-usages-mobiles/

Bremmer, M. (2018): Mit der eSIM kommt das Ende des internationalen Roaming. [online] URL: https://www.computerwoche.de/a/mit-der-esim-kommt-das-ende-des-internationalen-roaming,3544121 [Stand: 7. Mai 2018]

Ghanchi, J. (2016): How is Big Data Shaping the Way We Conceive and Practice Mobile Marketing. [online] URL:  http://www.dataversity.net/how-big-data-is-shaping-the-way-we-conceive-and-practice-mobile-marketing/ [Stand: 7. Mai 2018]

k.A. (2017): Das Übernetz und die Super-SIM. [online] URL: http://www.handelsblatt.com/adv/digitalatscale/5g-und-esim-das-uebernetz-und-die-super-sim/13072794.html [Stand: 7. Mai 2018]

Kuhn, T. (2016): Das kann der neue Super-Chip. [online] URL: https://www.wiwo.de/technologie/gadgets/esim-das-kann-der-neue-super-chip/13861200.html [Stand: 7. Mai 2018]

Meukel, M., Schwarz, M. & Winter, M. (2016): E-SIM for consumers—a game changer in mobile telecommunications?  [online] URL: https://www.mckinsey.com/industries/telecommunications/our-insights/e-sim-for-consumers-a-game-changer-in-mobile-telecommunications [Stand: 7. Mai 2018]

Spors, A. (2016): eSIM: Paradigmenwechsel für Mobilfunkanbieter [online] URL: https://www.mobile-zeitgeist.com/esim-paradigmenwechsel-fuer-mobilfunkanbieter/ [Stand: 7. Mai 2018]

Violette, S. (2018): 3 reasons why eSIM is ready to make an impact in consumer IoT and M2M markets. [online] URL: https://blog.gemalto.com/mobile/2018/03/26/3-reasons-why-esim-is-ready-to-make-an-impact-in-consumer-iot-and-m2m-markets/ [Stand: 7. Mai 2018]

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